Die Atlas-Therapie geht auf einen im Elsass lebenden Arzt namens Arlen zurück, der sich sein Leben lang mit dem obersten Kopfgelenk beschäftigt hat.
In der griechischen Mythologie trägt ein Titan namens Atlas das Himmelsgewölbe. An der Halswirbelsäule ist der Atlas der oberste Halswirbelkörper, der direkt unter der Schädelbasis sitzt und den Kopf trägt.
An dieser Stelle laufen zahlreiche Blutgefäße und Nervenbahnen zentral zusammen, so dass jegliche minimale Verschiebung weitreichende Konsequenzen haben kann.
Da gleichzeitig hier die Arteria vertebralis, die Hauptschlagader, in das Gehirn eintritt, werden bei Affektionen Durchblutungsstörungen im Vertebralisstromgebiet ausgelöst. Da die Vertebralis Gleichgewichtsorgan, Hörorgan und Sehorgan versorgt, sind die Folgen meist Kopfschmerzen, Schwindel, Tinnitus, Sehschwächen und lageabhängige Schulter-Nacken-Beschwerden.
Eine gezielte Bewegungsanalyse des Atlas und manualtherapeutische Repositionen schaffen hier Abhilfe.
Im Übrigen zeigt die Beschäftigung mit der Atlanta occipitalen Region interessante Übereinstimmungen unterschiedlicher Therapiekonzepte.
In der Manualtherapie sind hier die sogenannten Sell' schen Druckschmerzpunkte bekannt, welche auf der Hinterhauptschuppe typischerweise druckdolent sind bei bestimmten Wirbelsäulenveränderungen. Diese Punkte entsprechen anatomisch den Nervenaustrittspunkten, insbesondere des Nervus occipitalis major und minor, und in der chinesischen Medizin wiederum typischen Akupunkturpunkten, insbesondere des Gallenblasenmeridians.
Die Übereinstimmung von Neuraltherapie, Chirotherapie und Akupunktur lässt sich an keiner anderen Körperregion schöner und genauer darstellen, als in diesem Bereich.
Literaturangaben
- Friedrichsen, M., Heimann, D. & Lawall, J. (2009). Leitfaden manuelle Medizin. Elsevier, Urban & Fischer.
- Hancock, M. J., Maher, C. G., Latimer, J., McLachlan, A. J., Cooper, C. W., Day, R. O. et al. (2005). Manipulative therapy and/or NSAIDs for acute low back pain: design of a randomized controlled trial [ACTRN012605000036617].. BMC musculoskeletal disorders, 6.
- Hancock, M. J., Maher, C. G., Latimer, J. & McAuley, J. H. (2006). Selecting an appropriate placebo for a trial of spinal manipulative therapy.. The Australian journal of physiotherapy, 52(2), 135-138.
- Hancock, M. J., Maher, C. G., Latimer, J., Herbert, R. D. & McAuley, J. H. (2008). Independent evaluation of a clinical prediction rule for spinal manipulative therapy: a randomised controlled trial.. European spine journal, 17(7), 936-943.
- Lewit, K. (2009). Manipulative Therapy: Musculoskeletal Medicine (1 ed). Churchill Livingstone.
- Med & Karl-Sell. KURSBUCH MANUELLE MEDIZIN / CHIROTHERAPIE. http://www.bundesaerztekammer.de/downloads/kursbuchmm.pdf.
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