Was versteht man unter einem Beckenschiefstand?
Ein Beckenschiefstand entsteht, wenn die Beine eine unterschiedliche Länge haben. Diese Längendifferenz kann einerseits - durch einen Unfall oder eine Krankheit hervorgerufen oder angeboren - anatomisch bedingt sein, oder aber es handelt sich um eine funktionelle Beinlängendifferenz, der ursprünglich Muskelverspannungen oder Fehlhaltung zugrunde liegt. Da das Becken von den Beinen getragen wird, passt es sich diesen an und stellt sich bei unterschiedlicher Beinlänge schief.
Welche Folgen hat ein Beckenschiefstand?
Steht das Becken schief, versucht der Rücken dies auszugleichen. Die Wirbelsäule wird seitwärts verkrümmt, es kommt zu einer Skoliose. Der Rücken ist in der Lage, kleine Längendifferenzen zu kompensieren. Handelt es sich aber um einen großen Längenunterschied zwischen den Beinen, hat dies eine starke Skoliose zur Folge. Diese kann zu äußerst schmerzhaften Kreuzschmerzen, Abnutzungserscheinungen, Bandscheibenvorfälle, aber auch zu schmerzhaften Muskelverspannungen mit Kopfschmerzen und Sensibilitätsstörungen führen.
Wie stellt der Arzt die Diagnose Beckenschiefstand?
Nach einer eingehenden Anamnese wird der Patient orthopädisch untersucht. Während der Untersuchung wird ein Beckenschiefstand durch Abtasten der Beckenknochen und der Wirbelsäule erkannt. Um die Beinlängendifferenz genau zu bemessen, wird eine 3D-Wirbelsäulenmessung durchgeführt. Dabei kann die Lage der Wirbelkörper strahlen- und schmerzfrei rekonstruiert, dargestellt und millimetergenau bemessen werden. Mit Hilfe der modernen Datenverarbeitung wird so die passende Schuherhöhung berechnet.
Übersicht Therapieverfahren (die geeignete Methode wird durch die jeweils individuelle Indikation bestimmt):
| Konservative Behandlungsmethoden | Operative Behandlungsmethoden |
| Medikamentöse Therapie | Umstellungsoperation |
| Krankengymnastik | |
| Orthopädietechnik |
Wie wird ein Beckenschiefstand therapiert?
Ein minimaler Beckenschiefstand braucht in der Regel nicht therapiert werden. Der Rücken ist in der Lage, diesen auszugleichen. Funktionelle Beinlängenunterschiede können mit Physiotherapie behandelt, der Rücken aufgerichtet und die Schmerzen dadurch gelindert werden. Anatomische Beinlängendifferenzen werden durch Schuheinlagen oder Absatzerhöhungen ausgeglichen. Nur in Extremfällen, wenn keine andere Therapie hilft und der Arzt es für nötig hält, kann ein operativer Eingriff den Patienten von seinem Leiden befreien.
Literaturangaben
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- Im Querschnitt - Rehabilitation, Physikalische Medizin und Naturheilverfahren. Urban & Fischer bei Elsev.
- Wülker, N. (2005). Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Stuttgart : Thieme.
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Beckenschiefstand
