Warum bin ich Neurochirurg geworden?
Mein Weg zum Neurochirurgen war lang und steinig. Als ich bei einem Autounfall mit 11 Jahren ein komplexes Schädelhirntrauma erlitt, war meine Kindheit abrupt zu Ende. Es folgten vier Operationen und lange Krankenhausaufenthalte, davon ca. zwei Monate mit künstlicher Beatmung, nach denen ich mich mühsam ins normale Leben zurück kämpfen musste.
Das Schlimmste waren aber weder meine Halbseitenlähmung noch die Unfähigkeit zur Selbstversorgung, sondern meine Unfähigkeit zu jeglicher sprachlichen und schriftlichen Äußerung bei voll erhaltenem Sprachverständnis.
Nur die Menschen, die 'mit meiner Seele reden' konnten, waren in der Lage, mit mir zu kommunizieren. Denn 'man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für das Auge unsichtbar',
(Antoine de Sainte Exupérie in Der kleine Prinz).
Die Ärzte sagten meinen Eltern so häufig, ihr Kind könne nie wieder ein normales Leben führen, dass sie es glaubten. Ich nahm diese Aussagen zwar wahr, konnte aber nicht darauf reagieren... und sah machtlos dem Leid meiner Eltern zu.
Die Tiefe ihres Leidens beschämte mich und gab mir zugleich die Kraft zu kämpfen. Zwei Jahre nach dem Unfall war ich wieder ganz gesund.
Seit dieser Zeit hatte ich nur noch einen Wunsch:
Ich wollte Neurochirurg werden, um als Mensch und Arzt zu helfen - und nicht nur dem Körper und der Erkrankung eines Patienten sondern auch seiner Seele in vollem Umfang Beachtung schenken.
Doch dies war nicht einfach. Da ich im Iran seinerzeit nicht studieren durfte, hatte ich zuerst eine Ausbildung zum Arzneimitteltechniker absolviert. Dann konnte ich im Jahr 1984 endlich in die BRD einreisen und Medizin studieren. Somit verdanke ich Deutschland die Erfüllung meines Traums, wofür ich sehr dankbar bin.
Es mussten auf meinem Weg zum Arzt noch etliche Hürden überwunden werden, so war z. B. für das Absolvieren eines sog. Studienkollegs für ausländische Studenten die Note eins Voraussetzung um nur eine davon zu nennen.
Um mein Studium zu finanzieren, war ich immer wieder als Hilfskraft im Pflegebereich tätig. Prägend für mich war während dieser Zeit ganz besonders die Wertschätzung, die mir das Pflegepersonal in den Kliniken entgegen gebracht hat und der persönliche Einsatz vieler dieser Kollegen und Kolleginnen.
Getreu dem Satz des wunderbaren Philosophen Immanuel Kant versuche ich, jeden Patienten so zu behandeln, wie ich selbst behandelt werden möchte. Zu den tiefsten Freuden meines bewegten Lebens zählen die Momente, in denen meine Patienten wieder beschwerdefrei werden.
Medizinische Ausbildung
- 1987-1994 Studium der Humanmedizin an den Universitäten Bochum und Essen
- 1994-1996 Arzt im Praktikum Bernkastel-Kues und Universität Halle an der Saale unter der Leitung von Herrn Dr. K. Mattes bzw. Herrn Prof. Dr. W. Burkhardt
- 1996-2002 Facharztausbildung in Kaiserslautern unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. H.J. König
- Aug. 2002 Anerkennung als Facharzt für Neurochirurgie
- 1/2003-6/2010 Tätigkeit als Oberarzt in Klagenfurt unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. G. Lanner und Herrn Prof. Dr. E. Uhl
- 6-11/2010 Tätigkeit als Oberarzt in Idar-Oberstein unter der Leitung von Dr. Tüttenberg
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