Sprunggelenks-Prothesen haben sich bei der Behandlung der OSG-Arthrose bewährt
Fortschreitender Arthrose des Sprungelenkes wird von vielen Orthopäden noch immer in erster Linie durch eine Versteifungsoperation behandelt.
Damit verbunden ist eine deutliche Bewegungeinschränkung im Sprunggelenk. Das natürliche Gangbild ist durch die Versteifung nicht mehr erhalten.
Der geänderte Bewegungsablauf führt zu einer Überbelastung der benachbarten Gelenke : das sind Knie und Hüftgelenke, aber auch die Fußgelenke und das untere Sprunggelenk.
Trotz dieser deutlichen Nachteile erschien die Versteifungsoperation als Methode der Wahl. Während Knie- und Hüftprothesen seit über 40 Jahren zum medizinschen Alltag gehören, waren die Resultate bei Sprunggelenksprothesen nicht so stabil.
Durch enorme Fortschritte im Prothesenkonstruktion und in der Operationsmethode hat sich die Situation bei den Sprunggelenksprothesen aber in den vergangenen Jahren zu Gunsten der Patienten geändert.
Wie ist eine Sprunggelenksendoprothese der neuen Generation aufgebaut?
Das Design der modernen Sprunggelenksprothese hat sich nun deutlich weiterentwickelt mit dem Ziel, die Stabilität und die Beweglichkeit zu verbessern.
Seit 1969 werden Prothesen am Sprunggelenk eingesetzt. Zahlreiche Schwierigkeiten haben die Sprunggelenksprothetik lange Zeit nicht zu dem werden lassen, was Knieprothesen und Hüftprothesen in der Orthopädie darstellen. Die Stabilität der OSG-Prothesen haben sich seit der Entwicklung der Sprunggelenksprothesen der 3. Generation aber deutlich verbessert.
Die Versteifung (Arthrodese) am oberen Sprunggelenk wird heute nihct mehr als Standardverfahren bei Sprunggelenksarthrose, sondern zunehmend als letzte Rückzugsmöglichkeit eingesetzt.
Arthrodesen führen zu Begleitarthrosen
Seit vielen Jahren ist bekannt, dass es nach Versteifung von Gelenken mit einem großen Bewegungsspiel Folgeschäden an den benanachbarten Gelenken gibt. Die benachbarten Gelenke entwickeln regelmäßig sog. Begleitarthrosen. Diese Begleitarthrose treten durch Überlastung auf. Überlastung benachbarter Gelenke entsteht durch die unphysiologischen Bewegungsabläufe, die das versteifte Obere Sprunggelenk erzwingt.
Konstruktion der OSG-Prothese ermöglicht natürliche Beweglichkeit im Sprunggelenk
Bei den modernen Sprunggelenksprothesen wird das Sprungbein mit einer Metallkappe überzogen und die Schienbeingelenkfläche mit einer Metallplatte geschützt. Die dritte Komponente der Prothese ist ein frei beweglicher Polyethylen-Gleitkern, der die wichtige Bewegung zwischen den beiden Gelenkpartnern vermittelt. Die freie Beweglichkeit des Gleitkernes ermöglicht eine stressfreie Belastung der Knochenfläche. Die Prothesenteile sind der Anatomie nachgebildet und werden heute zementfrei eingesetzt.
Nur im geraden Sprunggelenk sitzt die OSG-Prothese stabil
Für eine gute Haltbarkeit der Prothese wichtig ist es, die meistens nach einem Unfall entstandenen Fehlstellungen und Bandschädigungen zu beheben. Ebenso wie das natürliche Gelenk bedarf das künstliche Sprunggelenk natürlicher Belastungslinien im Sprunggelenk. Fehlstellungen, Bandinstabilitäten und Knickfüße verhindern das stabile Einwachsen der Sprunggelenksprothese. Ein Operateur für Sprunggelenksprothesen muss für ein gutes Ergebnis daher stets auch stets die Stellung von Rückfuß, Fersenbein und Fußfehlstellungen beurteilen und korrigieren können.
Vorgehen bei der Implantation der Endoprothese des Sprunggelenks
Der Einbau einer Sprunggelenksendoprothese wird in Vollnarkose oder in Regionalanästhesie durchgeführt.
Die Lagerung des Patienten während der Sprunggelenks-Operation erfolgt auf dem Rücken.
Wir verwenden je nach der geplanten Länge des operativen Eingriffes eine Manschette am Oberschenkel um das Blut zurückzuhalten (Blutsperre).
Wenn die Operationsdauer absehbar kurz ist, operieren wir die meiste Zeit ohne eine solche Manschette
Besondere Sterilität bei Endoprothese-Operationen
Sterilität und Einhaltung hygienischer Bedingungen sind bei jeder Endoprothesenoperation von grösster Bedeutung. In der Gelenk Klinik wird daher mit geschlossenen Helmsystemen operiert.Die Operationssäle sind mit speziellen Luftstromsystemen ausgestattet - Laminar Flow - die unter Einhaltung der Reinraumstandards infektiöse Keime sofort aus der Atmosphäre abtransportieren.
Zusätzliche Maßnahmen zur Infektionsvorsorge sind:
1. Aufbringen einer Klebefolie auf der Haut
2. Tragen eines speziellen, sterilen Helmsystems durch den Operateur
3. Antibiotikumgabe vor Anlage der Blutsperrmanschette
4. Operation in einem Reinraum mit Laminar Flow Kontrolle des Luftstroms
5. Schonende Weichteilbehandlung am Sprunggelenk
6. Vermeiden von Wundspreizern bei der Operation
Zusätzlich steht ein steril abgedeckter Röntgenbildwandler (bewegliches Röntgengerät mit sofortiger Bildbetrachtung) bereit. Dieser Bildwandler kann während der Operation die Lage und die Größe von Sägeschnittendarstellen. Die Lage der Sprunggelenksprothese kann während der Operation sofort kontrolliert werden.

Wie wird eine Sprunggelenksprothese operiert?
Der Hautschnitt wird vorne am Sprunggelenk entlang geführt. Er reicht meist eine Handbreit über dem Schienbein nach unten auf den Fußrücken.Die vor dem Sprunggelenk liegenden Sehnen werden beiseite gehalten und die vordere Sprunggelenkeskapsel dargestellt. Teilweise müssen Hautnerven bei der Operation verlagert werden.
Die Gelenkkapsel wird eröffnet und der Einbau der Sprunggelenksprothese vorbereitet. Hierzu muss man meist viele Knochenanbauten abtragen um eine gute Übersicht über das Gelenk erreichen zu können.
Mit Hilfe von Zielinstrumenten und dem bereit stehenden Bildwandler werden die Achse des Beines und die geplante Lage der Sprunggelenksprothese kontrolliert. Es werden einige Sägeschnitte zur Platzierung des Sprunggelenksersatzes notwendig. Das Ziel der sparsamen Knochenentfernung ist die Weichteilspannung des Sprunggelenkes wieder herzustellen.
Die Beweglichkeit, Stabilität und Festigkeit der Sprunggelenkprothese kann mit Probeprothesen während der OPeration überprüft werden.
Ist die Lage perfekt, werden Stellungskontrollen des Rückfußes und Längenkontrollen der Achillessehne durchgeführt.
Sind diese unzureichend für eine gute Funktion des Sprunggelenkes können weitere Begleiteingriffe notwendig werden:Die gute Funktion der Sprunggelenksprothese ist wie die Fuktion des natürlichen Sprunggelenks von einer guten Beweglichkeit und einer normalen Belastungsachse abhängig. Fehlstellungen verkürzen die Lebensdauer der Sprunggelenksprothese. Sie müssen während der Sprunggelenks-Operation ebenfalls behoben werden.

Die Sprunggelenksprothese wird zementfrei befestigt
Die Orginalteile der Sprunggelenksprothese werden dann zementfrei implantiert.
Das Sprungbein wird mit einer Metallkappe überzogen die an der Unterfläche Metallstifte zur Führung haben.
Die Schienbeingelenkfläche wird mit einer Metallplatte geschützt. Beide Teile des Sprunggelenkersatzes sind auf der am Knochen anliegenden Seite mit einer speziellen Schicht überzogen, um ein sicheres Einwachsen des Knochens zu erreichen.
Die dritte Komponente der modernen Sprunggelenksprothese ist ein frei beweglicher Kunststoffgleitkern aus Polyethylen, der die wichtige Bewegung zwischen den beiden Gelenkpartnern vermittelt.
Für wen ist eine Sprunggelenksprothese geeignet?
Von einem Sprunggelenkersatz mit einer modernen Sprunggelenksprothese profitieren besonders Patienten mit einem Gelenkverschleiß (Arthrose) des oberen Sprunggelenkes
Diese Patienten haben chronische Schmerze und Bewegungseinschränkungen. Meist ist ein konservativer Therapieversuch der Sprunggelenksarthrose vorangegangen.
Die Form der Sprunggelenksarthrose spielt keine Rolle. Ddie Versorgungssicherheit mit einer Prothese am Sprunggelenk ist nicht von der Art und Lage der OSG-Arthrose abhängig. Sowohl Arthrosen mit unbekannter Ursache, Sprunggelenksarthrosen nach einer Unfallverletzung, bei Rheumatischer Erkrankung und bei Knochentod des Sprungbeines können versorgt werden.
Günstige Voraussetzungen für einen künstlichen Ersatz des Sprunggelenkes
- Mittlerer Aktivitätsgrad und nicht zu hohe Bewegungsanforderungen an das Sprunggelenk
- gute Knochensubstanz des Sprunggelenkes
- guter Gefäßstatus des Beines
- noch gut erhaltene Gelenkbeweglichkeit des Sprunggelenkes und des unteren Sprunggelenkes
- gute Bandführung des Sprunggelenkes
Ungünstig für die Versorgung mit einer Sprunggelenksprothese
- Hohes Körpergewicht bei Arthrose des Sprunggelenkes
- Hohe körperliche Aktivität
- Zurückliegende Gelenkinfektion des Sprunggelenkes
- Osteoporose
- Diabetes mellitus
- Hoher Nikotinabusus
- Abweichende Belastungsachsen, Mehrbeweglichkeit im oberen und unteren Sprunggelenk (Fehlstellungen und Instabilitäten)
Welche Begleiteingriffe können bei der Sprunggelenksprothese notwendig sein?
Für eine gute Haltbarkeit der Prothese am Sprunggelenk ist es entscheidend- Fehlstellungen und Bandschädigungen zu beheben. Wichtigstes Ziel ist es eine senkrechte Belastung der Implantate beim Stehen zu erreichen, denn nur so wird die hohe Gewichtsbelastung auf der Sprunggelenksprothese gleichmäßig verteilt. Um alle möglichen Fehlstellungen zu erkennen, wird eine Reihe von Röntgenbilder unter Belastung angefertigt und genau analysiert, die Festigkeit und Beweglichkeit des Sprunggelenkes kann durch die Untersuchung des spezialisierten Arztes beurteilt werden.
Folgende Eingriffe können begleitend notwenig sein:
- Stellungskorrektur durch eine Operation am Unterschenkel, am Fersenbein und am Mittelfuß.
- Weichteileingriffe mit Lösung oder Verkürzung von Sehnen
- Bandplastiken am Innen- oder Außenband des Sprunggelenkes
Begleiteingriffe wie Umstellungsoperationen können bereits als erster Therapieschritt Monate vor dem künstlichen Gelenk durchgeführt werden. Wir korrigieren teilweise im Vorfeld um eine Sprunggelenksprothese noch hinauszögern zu können. In den letzten Jahren hat sich mehr und mehr gezeigt, dass eine korrekte Belastung des geschädigten Sprunggelenkes auch ohne den Ersatz eines Sprunggelenkersatzes hilfreich sein kann. Zudem werden die Operationsrisiken durch die geringere Eingriffslänge deutlich vermindert.
Wie lange sind Sie nach einer Prothesenoperation des Sprunggelenkes stationär?
Die Liegedauer im Krankenhaus beträgt etwa 5-7 Tage. Die frühe Phase dient der Sicherung der frühen Wundheilungsphase und der gezielten Schmerztherapie. Lymphdrainge, Hochlagerung und Schmerztherapie sind wichtige Bestandteile der stationären Therapie.
Wie erfolgt die Nachbehandlung beim Sprunggelenksersatz ohne einen knöchernen Begleiteingriff ?
Die Prothese des Sprunggelenkes muss im Knochen einwachsen, hierfür ist eine zu starke Belastung behindernd und zu wenig Belastung wenig förderlich.
Bis zur Wundheilung nach 14 Tage ist eine vorsichtige Mobilisation in einem speziellen Schuh (ROM Walker) mit geringer Belastung an Unterarmgehstützen empfohlen. Danach kann unter Vollbelastung aber körperlicher und allgemeiner Schonung umhergegangen werden. Der spezielle Schuh dient zum Schutz vor Umkicken in der ersten Gewöhnungsphase an ihre neue Sprunggelenksprothese.
Nach 6-8 Wochen wird eine erneute Röntgenkontrolle durchgeführt und über den weiteren Belastungsaufbau und die Schuhversorgung gesprochen:
Krankengymnastik und Lymphdrainage sind wichtige Bestandteile der Behandlung. Anfangs ist die Lymphdrainage wichtiger als die Bewegungstherapie.
Regelmäßige Wundkontrollen werden nach einem Sprunggelenksersatz empfohlen, da die Wundheilung auch bei sorgfältiger und schonender Operation teilweise nur verzögert erfolgt.
Wann können Sie nach dem Sprunggelenksersatz wieder Auto fahren?
Generell ist eine Teilnahme am Straßenverkehr nur möglich, wenn das betroffene Bein in jeder Gefahrensituation als voll belastbar ist. Normalerweise ist dies erst nach 8 Wochen der Fall.
Ist nach dem Aufenthalt bei einer Sprunggelenks - Endoprothese eine Rehabilitation notwendig?
Nach dem Sprunggelenkersatz sind Sie normalerweise etwa eine Woche in stationärer Behandlung. Eine direkte Verlegung in eine Rehabilitationsklinik kann nach der Sprunggelenksprothese erfolgen. Da zu diesem Zeitpunkt noch keine richtige Rehabilitationsbehandlung möglich ist, empfehlen wir eine verzögerte Rehabilitation ambulant oder stationär.
Was kann ich von einer Sprunggelenksprothese erwarten?
Oberstes Ziel der operativen Versorgung mit einem Sprunggelenksersatz:
- Verbesserung der Lebensqualität.
- Schmerzbesserung im Sprunggelenk
- Normalisierung des Gangbild nach Gelenkersatz
- Besserung der Mobilität nach Sprunggelenkprothese
- Beweglichkeit im Sprunggelenk wird nur teilweise gebessert
- 9$0% anfänglich zufriedene Patienten nach Sprunggelenkersatz
Welches Risiko geht Sie bei einer Sprunggelenksprothesen Operation ein?
Die Langzeitergebnisse des Sprunggelenkersatzes sind Gegenstand ständiger wissenschaftlicher Untersuchungen. Die 8 Jahres Überlebensrate wird mit etwa 90% angegeben. Die Nachoperationsrate je nach Arbeitsgruppe etwa 6-8%.
Welche Therapiealternativen zur Prothese des Sprunggelenkes sind bekannt?
Die Versteifung des oberen Sprunggelenkes galt und gilt auch heute noch für viele Orthopäden als der sog. goldene Standard. Bei der Versteifung des Sprunggelenkes oder Arthrodese sind die Haltbarkeitsdaten besser bekannt als bei der Prothese.
Die Literaturdaten weisen aber ebenfalls auf Probleme der Arthrodese:
- Nachbehandlungsdauer bis zur Durchbauung des Gelenkes etwa 4 Monate
- Ausbleibende Durchbauung der Arthrodese am Sprunggelenk (Pseudarthrose)
- Entstehung von Begleitarthrosen in den Nachbargelenke wird beschrieben.
Welche Komplikationen kann es nach einer Sprunggelenksendoprothese (OSG TEP) direkt nach der Operation geben?
- Probleme bei der Wundheilung über der Sprunggelenksprothese
- Schwellung des Unterschenkels
- Infektionen oder Eiterung der Sprunggelenksprothese
- Blutgerinnsel oder Thrombosen der tiefen Beinvenen
- Bruch der Knöchelgabel des Sprunggelenkes
Welche Komplikationen können im weiteren späteren Verlauf nach Einbau einer Sprunggelenksendoprothese (künstliches Sprunggelenk) entstehen?
- Einsteifung des Sprunggelenkes bzw. die Beweglichkeit des Sprunggelenkes geht verloren
- die Sprunggelenksprothese lockert sich ohne eine Infektion
- die Sprunggelenksprothese sinkt im Verlauf tiefer in den Knochen ein.
- Abrieb oder Verschleiß der Sprunggelenksprothese.
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