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McMinn-Prothese: Operation und Nachsorge

Hüftoberflächenersatz für alle?

hftkappe_mc_minn_oberflchenersatz_HfteBeim Hüftoberflächenersatz wird der geschädigte Gelenkkopf lediglich überkront und nicht- wie bei der Standard-Totalendoprothese des Hüftgelenkes (Hüft-TEP) - zusammen mit dem Schenkelhals entfernt. Das Verfahren ist damit vergleichbar dem Überkronen eines Zahnes. Damit ist die Oberflächenersatzprothese deutlich knochensparender als die Standard-Hüftprothese.

Dieser Vorteil ist gerade bei jungen Patienten bedeutsam, die in späteren Jahren mit einem erneuten Eingriff und einem Wechsel der Prothese rechnen müssen.

Die künstliche Gelenkoberfläche entspricht in ihrem Umfang der Größe des natürlichen Hüftgelenk-Kopfes: die Bewegungsabläufe werden als natürlicher empfunden - die Gefahr eines Auskugelns des künstlichen Gelenkes ist deutlich geringer als bei einer Hüftprothese.

 

 

Viele Patienten vergessen sogar im Alltag, dass sie ein künstliches Hüftgelenk haben.

Im medizinischen Sprachgebrauch spricht man bei diesem häufig beobachteten Phänomen auch von einer 'forgotten hip'.

Synonyme: Oberflächenersatz des Hüftgelenkes, McMinn Prothese, Birmingham Hip Replacement (BHR), Hüftkappe, Hüftüberkronung, Hüftkrone

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Indikation: Für wen ist die Hüftkappe nach Mc Minn gut geeignet?

Eine klassische Hüftprothese unterscheidet sich im wesentlichen vom reinen Oberflächenersatz durch die Verankerung des Implantates am Oberschenkel. Um den Hüftprothesenschaft einbringen zu können, muss bei Hüft-TEP am Oberschenkelknochen der Hüftkopf und Teile des Oberschenkelhalses geopfert werden.

Der Knochen ist für Revisionsoperationen verloren.
Beim älteren Menschen ist dieses Vorgehen kein Problem, da er sehr wahrscheinlich keine Wechseloperation der Hüftprothese benötigt.

Für die Befestigung der Prothese fehlt dann wertvoller Knochen.
In erster Linie profitieren die jungen und jung gebliebenen älteren Patienten profitieren von einer Oberflächenersatzprothese des Hüftgelenkes. Dies Hüftkappe stellt heute das Optimum der knochensparenden Operation bei der Hüftarthrose dar und ist eine echte Alternative zur konventionellen Hüftprothese.
Der Oberflächenersatz der Hüfte (Mc Minn Prothese) wird bei uns für nachfolgende Patienten empfohlen:

  • Patienten bis zum 60. Lebensjahr mit schwerer Hüftarthrose.
  • bei Patienten zwischen 60 und 65 Jahren nur wenn ein ausgesprochener Wunsch und hohe Aktivität vorliegt.
  • Bei Patienten über 65 Jahren zurückhaltend, auch bei entsprechendem Wunsch
  • bei Frauen raten wir wegen der meist geringeren Knochendichte bereits ab dem 60 Lebensjahr eher zu einer herkömmlichen Prothese).

Wann kann kein Hüftoberflächenersatz nach McMinn am Hüftgelenk eingesetzt werden?

Außer der Frage für wen ist der Einsatz der Kappenprothese sinnvoll um die Lebensqualität langfristig zu erhalten, gibt es Gründe die eine Versorgung unmöglich machen.

  • Starke Formveränderungen der gelenkbildenen Oberschenkelknochen
  • Stark veränderte Hüftpfannenform und -Lage
  • Schlechte Knochenqualität im Schenkelhals, etwa bei Osteoporose, Hüftkopfnekrose oder Knochenzysten
  • Metallallergie, insbesondere Zink, Kobalt und Chrom-Allergien können Keramik ummantelte Prothesen erforderlich machen

Neben diesen technischen Einschränkungen sind Allergien gegen Metalle wie Kobalt, Chrom und Nickel vor einer Operation zu berücksichtigen. Hier können ummantelte Implantate helfen, das Risiko zu vermindern.
Diese Metallpartikel steigen nach einer Prothesenversorgung insbesondere mit einer Metall-Metall-Gleitpaarung im Blut an und können bisher unbekannte Wirkung im Körper entfalten. Hat der Patient eine Schwächung der Nierenfunktion, dann können sich diese Metalle im Blut anreichern.
Eine Versorgung von Frauen mit Kinderwunsch muss wegen der unklaren Wirkung der Metalle auf den heranwachsenden Embryo im Mutterleib sehr sorgfältig geprüft werden.

Gibt es eine Altersgrenze bei der Hüftkappe?

Eine echte Altersgrenze für die Versorgung mit der Teilprothese existiert nicht. Dennoch können nicht alle Patienten mit dem modernen, knochensparenden Oberflächenersatz der Hüfte versorgt werden.
Etwa zehn Prozent aller Frauen erkranken im Verlauf ihres Lebens an einer sog Osteoporose. Auch Männer erkranken daran.

Im Laufe des Lebens nimmt die Knochendichte zudem bei jedem Patienten ab. Im Rahmen der Osteoporose treten häufig spontan Brüche am Schenkelhals ein. Verwenden wir eine Hüftkappenprothese bei Patienten mit einem geschwächten Schenkelhals, dann ist das Risiko für einen Schenkelhalsbruch im vergleich zur Hüfttotal-Endoprothese (Hüft-TEP) deutlich höher. Die konventionelle Hüftprothese ist bei diesen Patienten die bessere Alternative. Auch die langjährige Erfahrung mit diesem Implantat ist ein klares Argument, ältere Menschen damit zu versorgen.

Risiken und Nachteile der McMinn-Prothesen

Die McMinn-Prothese ist also nicht für jeden Patienten besser geeignet als die Hüfttotalendoprothese. Bereits die Erfahrungsbasis von über 200.000 Hüft-TEPs pro Jahr in Deutschland sorgt für einen Erfahrungshinterhgrund was Materialien, Operationstechniken und Patientensicherheit betrifft, die weit über dem liegen, was für McMinn-Prothesen mittelfristig erreicht werden kann. Neben den unbestrittenen Vorteilen gibt es bei McMinn-Prothesen derzeit auch bekannte Risiken, die Arzt und Patient sorgfältig abwägen müssen.

  • Höherer Metallabrieb als bei Keramik-Prothesen oder Metall-PET-Prothesen
  • Höhere Komplikatonsrate bei kleinen natürlichen Oberschenkelköpfen (besonders bei Frauen)
  • Mehr Prothesenlockerungen als bei Vollprothesen
  • Geringere Auswahl an klinisch bewährten Prothesenmodellen
  • Keine Langzeittests über mehrere Jahrzehnte
  • Höhere Rate an Oberschenkelhalsbrüchen (bis zu 3% aller Patienten)
Viele der statistisch bekannte Nachteile der McMinn-prothese mögen auf unzureichender Selektion geeigneter Patienten duch Ihre Orthopäden beruhen. Manches mag auch auf der allgemein geringeren Erfahrung in den Operationstechniken beruhen und in Zentren mit grosser OP-Erfahrung mit McMinn keine so grosse Rolle spielen. Im Vergleich zu Hüfttotalendoprothesen sind McMinn-Prothesen als eindeutig riskantere Operation anzusehen.

Der Einsatz der McMinn-Prothesen muss also durch einen klar erkennbaren medizinischen Vorteil aufgewogen werden.

OPeration der McMinn-prothese: Wie lange werde ich stationär behandelt?

Durch eine schonende Operationstechnik können sie die Gelenk-Klinik deutlich früher verlassen als noch vor einigen Jahren. Die frühe Wundbehandlung und Schmerztherapie macht eine stationäre Behandlung notwendig. Ein Aufstehen nach der Operation wird regelmäßig am Folgetag erreicht. Der Aufenthalt in der Gelenk-Klinik dauert normalerweise 7 bis 10 Tage.

 

Wie stark darf ich die Hüftkappenprothese nach der Operation belasten?

Nach der Operation ist meist eine volle Belastung ab dem Folgetag möglich und sinnvoll. Eine längere Entlastungsphase ist unserer Erfahrung nach nicht vorteilhaft. Die Belastung erfolgt mit Unterarmgehstützen für 4 Wochen. Diese Unterarmgehstützen nach McMinn-Operation dienen nicht primär der Entlastung, sondern der Gewöhnung an die postoperative Situation.

Was ist nach der Versorgung mit dem Oberflächenersatz zu berücksichtigen?

Die frühe Phase nach der Operation wird mit einer Schmerztherapie begleitet. Hier sind Schmerzkatheter, Schmerzmittelpumpen und verträgliche Medikamente sinnvolle Neuentwicklungen.
Am Tag nach der Operation werden sie zum ersten Mal aufstehen und das Implantat belasten.

Sicherheit im Alltag

Nach etwa einer Woche sind die meisten Patienten in der Lage an Unterarmgehstützen Treppen zu steigen. Die Gehstützen sollten Sie in den ersten 4 bis 6 Wochen trotz der erlaubten Vollbelastung verwenden

Schlafen: Schlafen auf der operierten Seite ist frühzeitig erlaubt. Das Schlafen auf der Gegenseite sollte in den ersten 6 Wochen vermieden werden. Für diese Phase ist das Sexualleben ebenfalls eingeschränkt.

Autofahren: Ein Auto sollten Sie erst nach etwa 6 Wochen wieder fahren. Als Beifahrer im Auto sitzen können Sie allerdings bereits deutlich früher. Strecken Sie dabei die Beine aus. Stellen sie den Sitz also ganz nach hinten. Denken sie bei längeren Fahrten an regelmässige Pausen.

Rehabilitationsziele:

  • Wiederaufbau der Muskulatur sowohl um die Hüfte als auch der Bein- und Rückenmuskulatur.
  • Wiederherstellung eines optimalen Zusammenspiels der verschiedener Hüft- und Oberschenkelmuskeln nach der langjährigen Schonhaltung
  • Gewöhnung des Patienten an das Oberflächenimplantat und den Narbenbereich

Wie lange kann die Arbeitsunfähigkeit nach dem Eingriff anhalten?

Die Arbeitsfähigkeit ist natürlich abhängig vom Beruf. Viele Patienten mit einem stehenden oder gehenden Beruf kehren nach etwa 8-12 Wochen wieder an ihren Arbeitsplatz zurück.

Welche sportlichen Belastungen sind nach der Hüftkappe denkbar?

Durch die erhaltene Anatomie bei der Hüftkappe nach Mc Minn ist die Wahrnehmung und die Einschränkungen durch das Hüftimplantat deutlich geringer. Dies ist eine wichtige Voraussetzung für ein aktives Leben, in dem auch Sport wieder einen Stellenwert haben darf. Dies kann eine größere Chance auf deutlich mehr Lebensqualität bedeuten.

Körperliche Betätigung und sportliche Aktivitäten können eingeschränkt wieder aufgenommen werden. Golf, Nordic Walking, Langlaufen und Reiten um nur einige zu nennen sind häufig wieder möglich. Eine zu starke Dauerbelastung sollte allerdings vermieden werden.

Zusammenfassung Vorteile des Verfahrens

  • Spätere Revisionsmöglichkeit
  • Kürzere Rehabilitation
  • Knochenschonendes Verfahren
  • Alternative zur Schaftprothese
  • Ermöglicht rasche Rückkehr in den Alltag
  • Schmerzarme Methode
  • Stellt die gesunde Physiologie wieder her
  • "Vergessen" der Prothese ermöglicht normales Leben

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Synonyme Bezeichnungen:

Oberflächenersatz des Hüftgelenkes
Mc Minn Prothese, Birmingham Hip Replacement (BHR)
Hüftkappe
Hüftüberkronung

Literaturangaben

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Aktualisiert ( Samstag, 24. September 2011 um 07:02 )  

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