Körpereigene Knorpelzellen werden gezüchtet

Bei der Knorpeltransplantation oder auch Knorpelzell- oder Chondrozyten- Transplantation handelt es sich um ein neuartiges Operationsverfahren, das Knorpeldefekte mit Hilfe von KÖRPEREIGENEN Knorpelzellen repariert. Es wird von wenigen ausgesuchten Spezialisten in Deutschland erfolgreich durchgeführt. Dr. Baum war der erste Arzt weltweit, der die Knorpeltransplantation rein arthroskopisch durchgeführt hat. Er hat diese Methode mit entwickelt und bildet andere Ärzte in dieser Operationstechnik aus.
Da an der beschädigten Stelle im Gelenk originäres Knorpelgewebe nachwächst, ist erstmals eine vollständige Heilung von Knorpeldefekten möglich.
1. Knorpelzellentnahme
Zuerst werden bei einem kleinen Eingriff, der minimal invasiv durchgeführt wird Knorpelzellen von mechanisch nicht belasteten Stellen entnommen. Mit besonderen gekühlten Transportbehältern werden diese Zellen dann in ein Spezial-Labor geschickt.
2. Zellzüchtung im Labor
Dort werden sie gezüchtet und vermehrt. Die Zellen sind hierbei zunächst zu 3-dimensionalen Kügelchen zusammengefasst, die sobald sie mit dem vorbereiteten Defektlager Kontakt aufnehmen ihre 'Verbindungsmoleküle' (Adhäsionsproteine) ausfahren und nach ca. 10 Minuten mechanisch stabil am Knochen anhaften. In der Folge wachsen die Knorpelzellen in den Defekt ein, bis dieser komplett ausgefüllt wird.3. Implantation der Knorpelzellen
Mit dieser Technik können nun Knorpeldefekte am Knie, Sprung- und Hüftgelenk voll arthroskopisch therapiert werden.
Video Ablauf einer Knorpellzelltansplantation für Knie und Sprunggelenk
| ACT 3D |
Was passiert nach der Operation?
Bereits nach ca. sechs Wochen zeigt sich eine vollständige Bedeckung des Defektes mit lebenden Knorpelzellen, die jedoch noch nicht die Dicke und Belastbarkeit des umliegenden Knorpels besitzen. Vergleichbar mit einem frisch eingesäten Rasen, auf dem zum Schutz der jungen Pflänzchen auch nicht sofort Fußball gespielt werden darf, sollten in dieser Zeit Gehstöcke zur Entlastung verwendet werden. Gleichzeitig ist auf eine ausreichende Bewegung des Gelenks zu achten, damit durch die Wechseldruckbelastung die Durchblutung angeregt wird. Die Ernährung des Knorpels erfolgt durch Diffusion - ähnlich wie bei einem Schwamm. Wird dieser zusammen gepresst, werden Schlackenstoffe ausgeschwemmt, bei Entlastung werden dagegen die Nährsubstanzen aufgenommen. Spezielle Bewegungsschienen und Physiotherapie unterstützen die Heilung.
Wann kann wieder belastet werden?
Nach ca. sechs Wochen sollte mit der Teilbelastung begonnen, nach maximal drei Monaten auf die Gehstöcke verzichtet werden.
Wann kann wieder Sport ausgeübt werden?
Radfahren und Schwimmen und andere das Gelenk schonende Sportarten werden nach ca. drei Monaten empfohlen. Nach kompletter Regeneration des Knorpeldefekts, ungefähr ein Jahr nach der Operation, ist die vollständige Einheilung des neuen Knorpels abgeschlossen und das Gelenk ist wieder voll belastbar und für alle Sportarten bereit.
Wer profitiert von dieser Methode?
Nicht immer kommt die Knorpeltransplantation in betracht. Wenn der Gelenkdefekt zu groß, oder die Gegenfläche ebenfalls stark geschädigt ist, ist es dafür zu spät.
Grundvoraussetzung für die erfolgreiche Knorpeltransplantation ist ein stabiles Gelenk, eine normale Gelenkachse und das Fehlen freier Gelenkkörper, welche das Transplantat gefährden könnten.
Typische Indikationen für die Transplantation von Knorpelzellen (Chondrozyten) sind lokale Knorpeldefekte im Gelenk besonders Knie- oder Sprunggelenk. Idealbedingungen für die Transplantation sind bei einem Patientenalter von 15 - 55 Jahren, einer Defektgröße bis 10 Quadratzentimeter bei gleichzeitigem Vorhandensein von gesundem Restknorpel gegeben. Das Kniegelenk sollte stabil, d.h. die Bänder intakt sein. Außergewöhnliche Belastungen des Gelenks z.B. durch erhebliches Übergewicht sollten nach Möglichkeit vermieden werden.
Generell wird diese Methode zwar nur bis zum 55ten Lebensjahr empfohlen, entscheidend ist dabei das biologische, nicht das kalendarische Alter des Patienten.
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| Aufnahme von Sphäroiden -- gezüchtet aus körpereigenen Knorpelzellen mit je 82.000 Zellen pro Kugel |
Literaturangaben
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