Die Wirbelsäule ist das Achsenorgan des Menschen, das uns aufrecht hält, uns beweglich macht und das empfindliche Rückenmark schützt.
Leider haben jedoch bereits 40% der erwachsenen Bevölkerung Probleme am Rücken - in den westlichen Industrieländern ist es die Volkskrankheit Nummer eins.
Immer häufiger sind auch junge Menschen unter zwanzig Jahren davon betroffen. Rückenschmerzen sind immer ein Alarmzeichen und sollten ernst genommen werden. Ob als chronische Kreuzschmerzen, plötzlicher Hexenschuss oder verschleißbedingte Erkrankung.
Was hilft bei Rückenschmerzen? Fast die Hälfte der Bevölkerung in den westlichen Industrieländer berichtet über andauernde und wiederkehrende Rückenschmerzen. 80 Prozent der Menschen geben an, in den letzten zwei Jahren unter Rückenschmerzen gelitten zu haben. Andauernde Rückenschmerzen sind neben Herzerkrankungen der häufigste Grund für Erwerbsunfähigkeit und Frühverrentung.
Kein Wunder, warum ein Bandscheibenvorfall so häufig ist: Die 23 Bandscheiben, die wir besitzen, dienen als Puffer und Federung zwischen den Wirbelkörpern. Sie machen die enorme Beweglichkeit der Wirbelsäule erst möglich. Sie halten unglaublich viel aus: Scherkräfte und Hebelwirkungen vergrößern die Lasten, die bei bestimmten Bewegungen auftreten. So tragen die Bandscheiben ein Vielfaches unseres Körpergewichtes.
Bandscheiben haben im Allgemeinen keinen guten Ruf. In der Regel finden sie nur dann Erwähnung, wenn mit Ihnen Rückenschmerzen oder Beinschmerzen in Verbindung gebracht werden. Dabei wird ihre besondere Funktion und Bedeutung für unseren Bewegungsapparat oft vergessen. Die vom Hals bis die Lendenwirbelsäule vorkommenden 23 Bandscheiben erlauben der ansonsten aus straffen Bandverbindungen und Wirbelkörpern bestehenden Wirbelsäule eine enorme Beweglichkeit.
Nicht jeder Bandscheibenvorfall geht mit Symptomen einher. Symptome entstehen erst, wenn die Bandscheibe auf eine Nervenwurzel, das Rückenmark oder eine benachbarte Nervenfaser drückt. Die Art, wie sich diese Symptome äußern, hängt wiederum davon ab, wie stark der Nerv zusammengedrückt wird, auf welcher Höhe der Bandscheibenvorfall vorliegt und welche benachbarten Nervenstrukturen betroffen sind.
Was bedeutet Prolaps? Ein Prolaps beschreibt erst mal völlig wertneutral ein Vorfall von Material oder eines Organsystems. In den meisten Fällen wird dabei der Vorfall, also der Prolaps, des gallertartigen Kerns der Bandscheibe beschrieben. Ursache für diesen Prolaps sind Veränderungen in diesem Gallertkern umgebenden Faserrings. Dieser wird durch degenerative Veränderungen brüchig und unelastisch. Dann kann es durch plötzliche Druckbelastungen zu Verlagerungen, sogenannten Protrusionen des Gallertkerns kommen
Was ist eine Wirbelsäulenarthrose (Facettengelenksarthrose)?
Ähnlich wie am Knie oder anderen Gelenken können auch die Facettengelenke, die jeweils zwei Wirbelkörper an den Gelenkfortsätzen miteinander verbinden, verschlissen werden. Ist der Gelenkknorpel abgenutzt und reiben die Knochen aufeinander, handelt es sich um eine meist schmerzhafte Wirbelsäulenarthrose.
Was bedeutet Spinalkanalstenose oder Wirbelkanalstenose?
Die Wirbelsäule des Menschen zeigt einen komplexen Aufbau. Während die Hauptlast auf den vorne liegenden Wirbelkörpern und den Bandscheiben ruht, wird die Bewegungsführung durch die hinten liegenden Wirbelgelenke, die Facettengelenke gewährleistet. Die Verbindung zwischen Wirbelkörpern, Facettengelenken und den am Rücken tastbaren Spinalfortsätzen wird durch Wirbelbögen erreicht. Der hierdurch geschaffene Kanal in der Mitte wird Spinalkanal genannt. In ihm verläuft das von mehreren Rückenmarkshäuten geschützte Rückenmark bzw. im Lendenwirbelbereich nur noch die gebündelten Nervenwurzeln.
Osteoporose beschreibt eine Verminderung der Knochensubstanz und gleichzeitig eine Verschlechterung der Knochenqualität, die das gesamte Skelett des Menschen betreffen kann. Mit Erreichen des 35. Lebensjahres nimmt der Gehalt an Calziummineralien im Knochen konstant ab. Bei Frauen beschleunigt sich dieser natürliche Abbau durch die hormonelle Umstellung in den Wechseljahren dramatisch. In Verbindung mit unzureichender körperlicher Aktivität und einseitiger Ernährung kann somit die Grundlage für spätere Entwicklung einer ausgeprägten
Osteoporose
geschaffen werden.
Was ist eine
Skoliose
? Eine Skoliose ist eine Fehlstellung der Wirbelsäule. Sie ist durch eine Seitverbiegung mit gleichzeitiger Rotation der Wirbelsäule um die Längsachse gekennzeichnet. Dies führt zu einer Asymmetrie des Oberkörpers mit Schulterhochstand, einem Rippenbuckel und auf der Gegenseite dem Rippental. Diese Verkrümmung der Wirbelsäule nimmt vor allem während der Jugend bei verstärktem Körperwachstum immer mehr zu und führt gleichzeitig zu einer Versteifung, wenn nicht aktiv dagegen therapiert wird.
Wirbelgleiten (Spondylolisthesis)- und die häufigsten Ursachen:
Als Spondylolisthesis oder Wirbelgleiten bezeichnet man das Gleiten eines Wirbelkörpers mit seinen Bogenwurzeln, Querfortsätzen und oberen Gelenkfortsätzen über dem nächst tieferen Wirbel nach vorne (Anterolisthesis) oder nach hinten (Retrolisthesis). 2-4% der Bevölkerung haben ein grösstenteils unbemerktes Wribelgleiten. Der 5. Lendenwirbelkörper ist mit 80% am häufigsten betroffen, der 4. Lendenwirbelkörper am zweithäufigsten mit 15%. Da gut die Hälfte aller Wirbelgleiten über lange Zeit klinisch asymptomatisch bleiben, ist bei chronisch wiederkehrenden Rückenschmerzen an ein Wirbelgleiten zu denken und eine entsprechende Diagnostik einzuleiten.
Kopfschmerzen und Orthopädie - wie passt das zusammen?
Kopfschmerzen zählen neben Rückenschmerzen zu den häufigsten gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Fast jeder leidet im Laufe seines Lebens mindestens einmal an Kopfschmerzen. In Deutschland treten sogar bei 75% der Bevölkerung regelmäßig Kopfschmerzen der unterschiedlichsten Ausprägung auf. Diese können viele verschiedene Ursachen haben. Die Bandbreite reicht dabei vom "harmlosen Kater" nach übermäßigem Alkoholgenuss bis zu chronischen Migräneanfällen.
Im untersten Abschnitt der Wirbelsäule, treten mit Abstand die meisten Rückenschmerzen auf. Die Lendenwirbelsäule trägt das gesamte Gewicht des Rumpfes. Die Wirbelkörper, die diese Last aufnehmen, sind aber im Vergleich zu den anderen Wirbelsäulenabschnitten klein. Die Wirbelgelenke der Lendenwirbelsäule werden im aufrechten Gang enorm belastet.
Bei den BWS-Schmerzen handelt es sich meist um dumpfe oder drückende Schmerzen im Bereich der Brustwirbelsäule. Sehr häufig sind hierbei auch die anliegenden Muskelpartien verhärtet und schmerzhaft. Da die Brustwirbelsäule mit den Rippen gelenkige Verbindungen bildet, sind die Schmerzen bei Blockierungen meist bewegungs- und/oder atemabhängig. Der Schmerz wird von den Patienten zwischen die Schulterblätter lokalisiert und kann als gürtelförmige Ausstrahlung über den Brustkorb verspürt werden.
Leidet ein Patient an Schmerzen im Bereich der Halswirbelsäule, die meist bewegungsabhängig und oft sehr stark sind, so handelt es sich um ein HWS-Syndrom bzw. um HWS-Schmerzen. Diese können lokal auf eine Stelle der Halswirbelsäule begrenzt, in die Arme ausstrahlend oder diffus und unscharf begrenzt sein (lokal, radikulär oder pseudoradikulär). Häufig werden die HWS-Schmerzen durch eine Verhärtung der umliegenden Muskulatur bedingt, wodurch...
Ein Halswirbelsäulensyndrom oder kurz HWS-Syndrom ist ein Sammelbegriff für Rückenschmerzen oder Armschmerzen, die den Halswirbelsäulenbereich betreffen. Meist wird zwischen akuten HWS-Syndromen und chronischen HWS-Syndromen unterschieden. Bei den akuten HWS-Syndromen sind meist Verletzungen durch plötzliche Überbeanspruchung als Ursache festzustellen. Hierunter gehören z.B. die Verletzung der Halswirbelsäule bei Verkehrsunfällen, das sogenannte Halswirbelsäulen-Schleudertraums. Es können aber auch akute HWS-Syndrome im Rahmen von ungewohnten Belastungen bei starker körperlicher Betätigung oder bei Aussetzung von Zugluft entstehen.
In den westlichen Ländern leidet beinahe die Hälfte der Bevölkerung unter wiederkehrenden oder dauerhaften Kreuzschmerzen. Im Laufe des Lebens klagt fast jeder mal über Beschwerden im Kreuz. Zusammen mit Herzerkrankungen zählen Kreuzschmerzen zu den häufigsten Gründen für Arbeitsunfähigkeit und Frührente.