Die Erkennung und Behandlung der Rotatorenmanschettenruptur führen wir in der Gelenkklinik durch. Die weitreichende Bedeutung dieser Schädigung, die Möglichkeiten und Risiken einer Behandlung sind nach der Diagnosestellung und Beurteilung des Schädigungsausmaßes wesentliche Aufgabe des behandelnden Arztes.
Was ist eine Rotatorenmanschettenruptur?
Wir bezeichnen als Rotatorenmanschettenruptur eine Veränderung oder Verletzung der Sehnenhaube, die den Oberarmkopf umgibt. Sie hat eine wesentliche Funktion bei der Armbewegung und kann unterschiedliche Einschränkungen nach sich ziehen.
Sie kann bei starker Verletzung der Schulter als frische Schädigung entstehen oder im Rahmen eines degenerativen Schaden der Schulter bei langanhaltender mechanischer Reizung unter dem Schulterdach auftreten. Dieser Sehnenverschleiß entsteht dann im Rahmen eines sog. Engpassyndroms (Impingement-Syndroms) der Schulter.
Das Ausmaß des Schadens ist sehr verschieden. Teilsehnenrisse, kleine komplette Risse, große komplette Risse oder sog. Massenrupturen der Rotatorenmanschette werden abgegrenzt und sind entscheidend für die Therapiemöglichkeiten und -notwendigkeit. In der Gelenkklinik Gundelfingen machen wir die Therapie von vielen Parametern abhängig, die wir im persönlichen Beratungsgespräch ausführlich besprechen.
Übersicht Therapieverfahren (die geeignete Methode wird durch die jeweils individuelle Indikation bestimmt):
| Konservative Behandlungsmethoden | Operative Behandlungsmethoden |
| Schulterorthese |
Arthroskopische Sehnennaht |
| Krankengymnastik |
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| Physikalische Therapie |
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Welche Funktionen sind bei der Rotatorenmanschettenruptur gestört?
Die Funktion der Rotatorenmanschette erklärt klar, wieso der Riss in der Sehnenhaube eine gravierende Beeinträchtigung der Schulterfunktion darstellt. Die Biomechanik wird massiv gestört.
Am besten Verstehen unsere Patienten die Problematik der Schädigung der Sehnenhaube durch die folgende, bildliche Analogie. Der Oberarmkopf ist vergleichbar einer Kugel, die von einer dichten Haube umhüllt ist. Bei einem Schaden der Haube kommt es mit zunehmender Größe des Rotatorenmanschettenrisses zu einem Durchtritt des Kopfes nach oben unter das Schulterdach.
Hierdurch erklärt sich wieso es im Verlauf der Erkrankung zu weiteren Veränderungen kommt. Die entstehenden Veränderungen werden als sog. rotator cuff -Arthropathie bezeichnet. Der verschobene Oberarmkopf tritt in Kontakt zum Schulterdachknochen und zeigt zunehmende Veränderungen.
Die gestörte Funktion der Schulter ist abhängig von dem geschädigten Hauptanteil der Sehne. Sowie den möglichen Kompensationsmechanismen der benachbarten Sehnenanteile.
Eine Eigenheilung der Rotatorenmanschette tritt in aller Regel nicht ein.
Welche Beschwerden treten bei der Rotatorenmanschettenruptur auf?
Kleine Risse der Rotatorenmanschette können ohne Symptome auftreten oder nur eine kurze Zeit Beschwerden hervorrufen. Größere Rotatorenmanschettenrisse gehen oft mit einem spürbaren Schnappen einher. Besonders wenig Schmerzen treten bei verschleißbedingten Erkrankungen auf. Diese werden daher häufig nicht erkannt.
Die Schulterschmerzen beginnen oft vorne (ventral) oder seitlich (lateral) des Akromions und strahlen in das Schulterblatt oder in die Muskeln des Oberarmes und in den Unterarm aus. Durch Abspreizung gegen einen Widerstand, durch Drehbewegungen des Armes und durch Belastung des Armes verstärken sich die Schmerzen. Das Tuberculum majus humeri ist druckschmerzhaft.
Ruheschmerzen werden ebenso beschrieben, wie eine Unfähigkeit auf der betroffenen Schulter liegen zu. Bei genauem Nachfragen wird häufig doch eine Kraftminderung des Armes beschrieben.
Wir befragen Sie genau zu den Schulterschmerzen und Einschränkungen und verwenden diese Informationen zur genauen Diagnose und damit zur Ausarbeitung eines individuellen Behandlungsplanes.
Wer ist von einer Rotatorenmanschettenruptur oder Schädigung der Sehnenhaube betroffen?
Die Rotatorenmanschettenruptur tritt häufig auf. Etwa 25% der Fünfzigjährigen und etwa 50% der Siebzigjährigen ist statistisch davon betroffen. Männer sind häufige betroffen als Frauen. Häufiger ist Arbeitshand betroffen, zumeist die rechte.
Wie stellen wir die Diagnose der Rotatorenmanschettenruptur?
Eine genaue Anamneseerhebung und eine akribische Untersuchung der Schulter ist wesentlich für die Beurteilung des Schadens, der Prognose und der Funktionseinschränkung. Bestimmte Stellen sind bei der klinischen Untersuchung bei Druck schmerzhaft und bestimmte Bewegungen sind schmerzhaft oder können gar nicht durchgeführt werden.
Welche Therapie bei einer Rotatorenmanschettenruptur sinnvoll ist, kann ganz wesentlich durch eine sog. Ultraschalluntersuchung der Schulter bestimmt werden. Der wesentliche Vorteil dieser Methode ist, dass man quasi live unter Bewegung des Armes den Schaden beurteilen kann. Diesen Vorteil haben alle weiteren genannten Diagnosemethoden nicht.
Die Röntgenuntersuchung ist erst in fortgeschrittenen Stadien der Rotatorenmanschettenruptur verändert, ein Höhertreten des Oberarm kopfes kann nachgewiesen werden. Auch Veränderungen am Oberarmkopf durch den veränderten Druck sind darstellbar.
Ohne Hinweis auf die Auswirkung für das Schultergelenk kann der Sehnenriss im Rahmen einer Kernspinntomografischen Untersuchung dargestellt werden. Diese statische Untersuchung hilft uns besonders zur Beurteilung des betroffenen Muskels. Wird ein Muskel nach einem Riss über einen langen Zeitraum nicht aktiviert, dann entsteht ein Abbau und eine Verfettung des Muskelbauches (fettige Degeneration). Ist diese nachweisbar, dann kann eine Naht der Sehne keine erfolgreiche Behandlung darstellen.
Welche Therapiemöglichkeiten stehen zur Verfügung?Wichtig ist die Wahl des richtigen Therapieverfahren.
Es stehen konservative und operative Therapien zur Verfügung.
Patienten mit geringen Beschwerden und älteren kleinen Schädigungen der Rotatorenmanschette können konservativ behandelt werden.
Hier werden nachfolgende Therapien empfohlen.
- Analgesie mit entzündungshemmenden Medikamenten
- Physikalische Therapiemaßnahmen
- Krankengymnastik mit dem Ziel des Bewegungserhaltes und Schmerzlinderung, später der Kräftigung und Kompensation des Schadens durch benachbarte Sehnenanteile.
- Regelmäßige Verlaufskontrolle der Schädigung.
Operative Therapien:
Die Rotatorenmanschettenruptur kann in Abhängigkeit der Lage, der Größe, des Alters der Verletzung und den Beschwerden in einer offen chirurgischen Technik oder arthroskopisch versorgt werden. Das arthroskopische Verfahren wird auch als 'Schlüssellochchirurgische Therapie' bezeichnet.
Bei beiden Methoden werden die gerissenen Sehnen verschlossen oder der Riss verkleinert.
Wann wird eine operative Therapie des Rotatorenmanschettenrisses empfohlen?
- Bei sehr starken Schulterschmerzen und Einschränkungen
- hohe Ansprüche an die Schulterbeweglichkeit z. B. bei Sportlern
- Therapieversagen nach 6 Monaten
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