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Schmerzen Kniescheibe

(oder Patello-femorales Schmerzsyndrom)

Stress pur fürs Knie

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Das Gelenk zwischen Kniescheibe und Oberschenkelrolle plagt insbesondere junge Frauen mehr als alle anderen Gelenke. Jeder zweite Mensch hat im Laufe seines Lebens starke Schmerzen am vorderen Knie, bereits auch Kinder und Jugendliche. Die Überlastung der Kniescheiben - etwa durch sportliche Aktivitäten, anstrengende körperliche Arbeit oder Übergewicht - trägt wesentlich zur Entstehung des Krankheitsbildes bei. Zudem können Rheuma und Gicht eine Rolle spielen. Unbehandelt kann das gesamte Kniegelenk schwer geschädigt oder gar zerstört werden. Der Teufelskreis beginnt: Der Oberschenkelmuskel wird in seiner Aktivität schmerzbedingt gehemmt und der Muskelaufbau verzögert sich. Es entsteht eine Instabilität, die wiederum den Knorpelschaden und damit den Schmerz verstärkt.

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Welche Möglichkeiten der Behandlung gibt es?

Übersicht Therapieverfahren (die geeignete Methode wird durch die jeweils individuelle Indikation bestimmt):

Konservative Behandlungsmethoden Operative Behandlungsmethoden
Orthese Laterale Retinaculumspaltung
Physikalische Therapie Operation nach Blauth
medikamentöse Therapie
Knorpel-Zelltransplantation
Schuhzurichtung
Knorpelglättung


Wie enstehen Kniescheibenschmerzen?

Das patello-femorale Schmerzsyndrom ist laut zahlreicher Studien das häufigste Krankheitsbild in der sportmedizinischen Praxis.

Die häufigsten Ursachen sind:

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  • Instabile Kniescheibe durch seitliches Herausrutschen (Luxation)
  • Knorpelschaden
  • Valgusfehlstellung
  • Folgeschäden nach Unfällen
  • Vermehrte Außenrotation von Oberschenkel und/oder Schienbein
  • Fehlstellung der Beinachse
  • Aufhebung des Fußgewölbes (Plattfuß)
  • muskuläre Störungen am Oberschenkel.


Auslöser des patello-femoralen Schmerz-Syndroms sind meist Überbelastung des Gelenkes durch zu hohe Trainingsintensität, lokale Überbeanspruchung, etwa bei langem Sitzen mit gebeugtem Knie oder häufigem Bergabgehen, aber auch Schwäche der Adduktoren im Bereich des Hüftgelenkes.

Wer ist betroffen?

Häufig junge Frauen zwischen 15 und 25 Jahren ohne pathologische Veränderungen am Gelenkknorpel verspüren Schmerzen beim längeren Sitzen mit gebeugtem Kniegelenk und vor allem beim Treppauf- und besonders beim Treppabgehen.

Wie erfolgt die Diagnosestellung?

Bei der Untersuchung besteht meist ein Schmerz beim Vorkippen der Kniescheibe, bei der Tastuntersuchung der Kniescheibeunterfläche, beim Testen der Verschieblichkeit der Kniescheibe und dann, wenn die Kniescheibe nach außen gedrückt und gleichzeitig langsam bis 30° gebeugt wird.

Die Kernspindiagnostik zeigt erst die späten Schäden 3. bis 4. Grades. Deshalb sind zusätzliche Ultraschalluntersuchungen und sogenannte Patella-Défilée-Aufnahmen erforderlich.

Woher kommen oftmals unterschiedliche Diagnosen?
Viele Orthopäden beschränken sich darauf, eine sogenannte Patella axial-Aufnahme durchzuführen. Dabei wird zwar die Kontur der Kniescheibe erkennbar, die Fehlstellung lässt sich jedoch röntgenologisch nur in der Défilée-Aufnahme - einer 30, 60 und 90 Grad Stellung - mit einem speziellen Lagerungsgerät nachweisen.

Patella-Lateralisation

Beispiel Defilée-Aufnahme bei Patella-Lateralisation

Wie erfolgt die Therapie?

Konservative Therapie
Zunächst wird in der konservativen Therapie versucht, mit Physiotherapie, Tape, Orthese (Kurzwort aus orthopädisch und Prothese) , medikamentöser Therapie sowie Schuhzurichtung und gezieltem Muskeltraining die Schmerzen zu beseitigen.

Operative Therapie
Wenn sich durch konservative Maßnahmen die Kniescheibe nicht richtig zentriert, verlieren die Muskeln ihre ganze Funktion. Vier gängige OP-Methoden können den Teufelskreislauf Fehlstellung - Seitabweichung - Knorpelschaden - Schmerz unterbrechen:

  • Knorpelglättung
  • Knorpeltransplantation
  • Spaltung der Bänder
  • Versetzung des Kniescheibenansatzes

Die operative Therapie zielt vor allem auf die Wiederherstellung eines symmetrischen Anpressdruckes im Kniescheibengleitlager und damit einer gleichmäßigen Druckbelastung des Knorpels.

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Literaturangaben

  • Das patellofemorale Schmerzsyndrom (German Edition). (2000) (1 ed). Steinkopff.
  • Avraham, F., Aviv, S., Yatextquoterightakobi, P., Faran, H., Fisher, Z., Goldman, Y. et al. (2007). The efficacy of treatment of different intervention programs for patellofemoral pain syndrome--a single blinded randomized clinical trial. Pilot study.. TheScientificWorldJournal, 7, 1256-62.
  • Bolgla, L. A. & Boling, M. C. (2011). An update for the conservative management of patellofemoral pain syndrome: a systematic review of the literature from 2000 to 2010.. International journal of sports physical therapy, 6(2), 112-125.
  • Drake, D. F., Pidcoe, P. E. & Ericksen, J. (2011). Botulinum toxin type A for nonsurgical lateral release in patellofemoral pain syndrome: a case study.. Military medicine, 176(6), 696-698.
  • Ostermeier, S. (2008). Retropatellare Druck-, Bewegungs- und Bandspannungsanalyse nach Rekonstruktion des medialen patellofemoralen Ligaments dynamische In-vitro-Studie unterschiedlicher Operationsverfahren im Vergleich zur Operation nach Insall. Phd Thesis.
  • Ostermeier, S. & Becher, C. M. (2011). Vorderes Knieschmerzsyndrom patellofemoraler Schmerz - patellare Instabilität ; mit 8 Tabellen. Dt. Ärzte-Verl..
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Aktualisiert ( Montag, 25. Juli 2011 um 15:38 )  

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