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Total-Hüftendoprothese (Hüft-TEP)

(oder Hüft-TEP)

Das künstliche Hüftgelenk

Wie ist das natürliche Hüftgelenk aufgebaut?

Das normale Hüftgelenk besteht aus einem Kopf und einer Pfanne. Den pfannenförmigen Anteil des Beckenknochens nennt man Acetabulum oder Hüftpfanne. Der kugelförmige Teil des Gelenkes ist der Oberschenkelkopf.

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Was ist eine Total-Hüftendoprothese?

Beim Ersatz des Hüftgelenks wird meistens eine Hüft-Totalendoprothese (Hüft-TEP, HTEP) eingesetzt. In der Medizin spricht man auch vom „Implantieren" (einpflanzen) und bezeichnet die Prothese als Implantat. Es ersetzt vollständig beide knöchernen Teile des Gelenks - den Hüftkopf und die Hüftpfanne.

Zwischen Schaft und Pfanne befindet sich die Gleitpaarung, die aus zwei Teilen besteht: Der Kugelkopf aus Metall oder Keramik wird auf den Schaft aufgesteckt. Er gleitet in einem muldenförmigen Einsatz, der in der Pfanne befestigt ist. Dieser Pfanneneinsatz kann aus Metall, Keramik oder Kunststoff (Polyäthylen) bestehen.

 


Hüftendoprothese (Hüft-TEP)

schematisches Vorgehen beim Einsetzen des Hüftschaftes in den Oberschenkelknochen


Wie wird eine Total-Hüftendoprothese im Knochen befestigt?

Der Schaft der Hüftprothese wird in den Oberschenkelknochen eingesetzt. Er wird im ausgefrästen Inneren des Oberschenkelknochens mit oder ohne Knochenzement befestigt. Knochenzement ist ein Kunststoff, der den Metallschaft dauerhaft im Knochen verankert. Bei der zementfreien Befestigung werden meistens Prothesenkomponenten aus Titan verwendet. Ihre rauen Oberflächen ermöglichen das Einwachsen von Knochen in die Prothese.

Die Pfanne der Hüftprothese wird heute überwiegend ohne Zement implantiert. Auch sie ist in der Regel aus Titan gefertigt und ermöglicht ein direktes Einwachsen des Knochens.

Hier finden Sie weitere, detaillierte Information zum Design von Hüftprothesen.


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Welche Erfahrungen gibt es mit Total-Hüftendoprothesen?

Der künstliche Hüftgelenkersatz ist einer der häufigsten und erfolgreichsten orthopädischen Eingriffe überhaupt. Wegen seiner hervorragenden Behandlungsergebnisse wird er heute auch bei jüngeren Patienten verwendet, die trotz eines irreversiblen Hüftschadens aktiv und mobil bleiben möchten.

Welches Implantat ist das richtige?

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Die Auswahl der geeigneten Endoprothese ist abhängig von der Ursache der Erkrankung, von Alter, Geschlecht, Knochenqualität und den individuellen Anforderungen des Patienten. Für junge Patienten steht heute als Alternative zur klassischen Hüfttotalendoprothese die Versorgung mit einer Hüftkappe oder einem Oberflächenersatz des Hüftgelenkes nach Mc Minn zur Verfügung. Diese Implantate können dem jungen Menschen die Chance geben, trotz der begrenzten Haltbarkeit von Hüftprothesen lange die gewünschte Lebensqualität zu behalten.

Vor der Operation

Wie sieht die optimale OP Vorbereitung vor der Hüftendoprothesen-Operation aus?

Zunächst fertigen wir eine Planungsskizze an, computerunterstützt nach einer digitalen Röntgenaufnahme. Dann werden auf den Patienten abgestimmt die Prothesenkomponenten bestimmt. Schaftstärke, Pfannengröße, Kopfgröße und optimale Position der Prothese werden festgelegt.

Nachdem wir die Beinlänge bestimmt und die Wirbelsäulenstatik vermessen haben, können wir patientenbezogen planen. Auch die Korrektur bestimmter Fehlstellungen ist dabei möglich. Die langjährige operative Erfahrung und Urteilsfähigkeit des Operateurs sind für eine optimale Planung unerlässlich.

Was kann der Patient tun?

Sie können auch dazu beitragen, dass die Operation ein voller Erfolg wird. Sie sollten so gesund und fit wie möglich in die Klinik kommen. Je besser Ihr allgemeiner Gesundheitszustand ist, um so reibungsloser verlaufen die Operation und die Heilung. Mit gezieltem Muskelaufbau können Sie gute Bedingungen für Ihr neues Gelenk schaffen. Bei Übergewicht sollte man vor der Operation abnehmen.

Es ist unerlässlich, dass Ihr Arzt über Medikamenteneinnahme und chronische Krankheiten wie Diabetes, oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen informiert ist. Das gleiche gilt für bestehende Allergien oder akute Infektionen. Im Gespräch mit dem Narkosearzt werden alle wichtigen Fragen besprochen. Gemeinsam mit ihm treffen Sie die Entscheidung für Voll- oder Teilnarkose. Eine Eigenblutspende ist ebenfalls möglich.

Die Operation

Beeinflusst die Wahl der Operationstechnik die Heilung?
Die Wahl des Zugangswegs ist sehr wichtig für das Ergebnis der Operation. Minimalinvasive Zugänge haben sich beim Hüftgelenkersatz durchgesetzt, weil sie besonders gewebeschonend sind. Sie vermeiden lange Hautschnitte, das Ablösen von Muskeln und weitgehend auch die Schädigung der Weichteile, die das Gelenk umgeben. Besonders die für das Gehen wichtigen Muskelgruppen an der seitlichen Hüfte werden bei dem hinteren, minimalinvasiven Zugangsweg geschont. Dies führt zu einer rascheren Steh- und Gehfähigkeit nach der Operation. Langanhaltende Reizungen der umgebenden Schleimbeutel, ebenso wie Weichteilverkalkungen treten nach der Operation mit diesem Zugang seltener auf.

Minimalinvasive Verfahren

Der von uns am häufigsten verwendete Zugang für den künstlichen Ersatz des Hüftgelenkes (Hüftprothese) ist der minimalinvasive hintere Zugang nach Professor Dr. Immenkamp. Die Schnittgröße ist insgesamt wesentlich geringer als bei den herkömmlichen Verfahren. Der Zugang bei dieser minimalinvasiven Vorgehensweise liegt kaum sichtbar im hinteren Badehosenbereich. Er ermöglicht dem erfahrenen Operateur eine sichere Implantation.

Die Vorteile

  • Schonung der Weichteile
  • Schonung wichtiger Muskelgruppen
  • geringerer Blutverlust
  • deutlich kürzere Rehabilitation
  • weniger Einschränkungen nach der Operation
  • bessere Beweglichkeit nach der Operation
  • gutes kosmetisches Ergebnis

Wie wird die Operation beendet?

Am Ende der Operation werden Verbände angelegt, Drainagen gelegt und die restlichen Blutanteile entfernt. Danach wird das erste Röntgenbild gemacht, um das Operationsergebnis zu kontrollieren und für die Nachbehandlung zu beurteilen. Nach Verlegung auf die Station wird das operierte Beim mit Kissen oder in einer speziellen Schiene bequem gelagert.

Die Mobilisation erfolgt nach der individuellen Verfassung des Patienten mit Hilfe des Physiotherapeuten. Gehtraining und spezielle Gangschulung einschließlich Treppensteigen stehen auf dem Programm. Tägliche Verrichtungen wie Waschen, Toilettengänge und das Anziehen von Socken, Schuhen und Hosen sind ausdrücklich erlaubt und werden ebenfalls geübt.

Nach der Operation

Was passiert nach der Operation?

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Am Folgetag werden normalerweise die Drainagen entfernt. Der Verbandswechsel erfolgt täglich durch unsere Ärzte. Die frühe Phase nach der Operation wird mit einer optimalen Schmerztherapie begleitet. Hierfür stehen neueste Schmerzkatheter, Schmerzmittelpumpen und verträgliche Medikamente zur Auswahl. Am Tag nach der Operation werden Sie zum ersten Mal aufstehen und das Implantat belasten.
Worauf muss der Patient nach einer Operation achten?
Je nachdem, welcher Zugangsweg für die Operation gewählt wurde, sollten in den ersten Wochen bestimmte Bewegungen vermieden werden. Es gilt, ein Auskugeln des neuen künstlichen Gelenks zu verhindern, bei dem sich der Prothesenkopf sich aus der Prothesenpfanne löst. (Die Verankerung der Prothese im Knochen ist hierbei nicht betroffen.)

Mit der Zeit wird das Gelenk durch den Heilungsprozess und Muskelaufbau stabilisiert. Ein Auskugeln kommt dann in der Regel nicht mehr vor. In der Frühphase der Nachbehandlung sind jedoch bestimmte Stellungen und Bewegungen zu vermeiden. Eine schonende Vollbelastung des Gelenks soll aber sehr schnell erfolgen. Man erreicht sie in den ersten Wochen durch die Benutzung von Unterarmgehstützen.

Schlafen auf der operierten Seite ist frühzeitig erlaubt. Das Schlafen auf der Gegenseite sollte in den ersten sechs Wochen vermieden werden.

Wie sieht die Nachbehandlung aus?

Die Muskulatur an der Hüfte, aber auch die gesamte Bein- und Rückenmuskulatur hat sich durch die oft langwierige Erkrankung verändert. Meist ist eine Schonhaltung entstanden, die ein verändertes Zusammenspiel der Muskeln herbeigeführt hat. Dieses Zusammenspiel wieder zu normalisieren oder wenigstens in den bestmöglichen Zustand zu bringen, ist Aufgabe der ambulanten oder stationären Rehabilitation. Sie wird durch das Eigentraining des Patienten unterstützt.

Nach etwa einer Woche sind die meisten Patienten in der Lage, an Unterarmgehstützen Treppen zu steigen. Die Gehstützen sollten Sie in den ersten vier bis sechs Wochen trotz der erlaubten Vollbelastung verwenden.

Wann kann ich wieder selbst Auto fahren?

Ein Auto sollten Sie erst nach etwa sechs Wochen wieder fahren. Mitfahren können Sie allerdings bereits deutlich früher.

Wann bin ich wieder voll arbeitsfähig?

Die Arbeitsfähigkeit ist natürlich vom Beruf abhängig. Viele Patienten mit einem stehenden oder gehenden Beruf kehren nach etwa 12 Wochen wieder an ihren Arbeitsplatz zurück. Bei anderen Berufen ist auch eine frühere Rückkehr möglich.

Wie lange dauert die Gewöhnung an das Implantat?

Die Gewöhnungsphase kann mehr als ein Jahr andauern. In dieser Phase berichten manche Patienten über leichte Wetterfühligkeit im neuen Gelenk. Ein leichtes Klacken oder andere Empfindungen aus der Hüfte können wahrgenommen werden.

Welche Sportarten kann man mit einer Hüftendoprothese betreiben?

Bei normalem Verlauf der Operation und erfolgreicher Rehabilitation sind Sportarten wie Radfahren, Schwimmen, Golfspielen oder Wandern ohne Probleme wieder möglich. Manche Patienten können sogar wieder Sportarten wie Tennis und Skilauf ausüben. Generell kann dies jedoch nicht empfohlen werden.

Der minimalinvasive hintere Zugangsweg lässt eine Operation ohne wesentliche Muskelschädigung zu, auch ein weitgehender Erhalt der ursprünglichen Gelenkkapsel ist möglich. Diese Voraussetzungen erlauben in der Regel einen hohen Aktivitätsgrad nach der Operation.
Nach den Richtlinien des deutschen Sportärztebundes sollten Sie mit gewissen Sportarten jedoch erst sechs Monate nach der Operation beginnen:

  • Radfahren
  • Wandern
  • leichtes Joggen
  • Schwimmen (beim Brustschwimmen: Vermeiden von abspreizenden Bewegungen)
  • Golf
  • bei guter Technik eventuell leichtes Tennis
Ungeeignet sind generell:
  • alpiner Skisport (wenn, dann frühestens nach einem Jahr)
  • Skilanglauf wegen der Sturzgefahr
  • sämtliche Wettkampfsportarten mit direktem Gegnerkontakt.

Wie lange hält eine Hüftendoprothese?

Eine Hüftendoprothese hält in der Regel 15 Jahre oder länger.
Mitentscheidende Faktoren sind:

  • Körperliche Beanspruchung
  • Knochenbeschaffenheit
  • Material und Design der Prothese

Zusatzinformationen zur Hüft-TEP

Weitere Informationen zu den Implantatdesign und -Material finden Sie hier:

Hüft-TEP Design und Material

Weiterführende Informationen zu Operationsablauf und nachbehandlung finden sie unter Hüft-TEP Operationsablauf und Nachbehandlung

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Literaturangaben

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Aktualisiert ( Freitag, 29. Juli 2011 um 16:12 )  

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