Welche operativen Therapiemöglichkeiten haben wir bei der Hüftkopfnekrose?
Für die Entscheidung, welche Operation bei der Hüftkopfnekrose aussichtsreich ist, ist es notwendig, den Einbruch des Hüftkopfes zu erkennen (Übergang Stadium II zu ARCO Stadium III).
Kommt es zu einem Einbruch des Hüftkopfes im Rahmen der Hüfkopfnekrose, sind gelenkerhaltende Therapien des Hüfgelenkes nicht mehr sinnvoll.
Vor diesem Einbruch (Stadium I und II der Hüftkopfnekrose) sind gelenkerhaltende Operationen wie Hüftkopfanbohrung, Knorpelknochentransplantation und Umstellungsoperationen angebracht.
Nach dem Einbruch des Hüftkopfes (Hüftnekrosestadien III-IV) sind gelenkerhaltende Operationen wie Hüftkopfanbohrung, Umstellungsoperationen wenig Erfolg versprechend und ein künstlicher Hüftgelenkesatz mittelfristig notwendig.
Wann werden die Verfahren bei der Hüftkopfnekrose angewendet?
- Hüftoperationen mit Anbohrung des betroffenen Knochens
- Hüftoperationen mit Knochen oder Knorpelknochentransplantation
- Hüftoperationen wie Osteotomien (z.B. Varisationsosteotomie bei M. Perthes)
- Künstlicher Hüftgelenkersatz durch Endoprothetik bei eingebrochenem Hüftkopf
Welche Ziele haben die gelenkerhaltenden Verfahren bei der Hüftkopfnekrose?

Eine wesentliche Vorstellung zur operativen Therapie in der Frühphase der Hüftkopfnekrose ist die Druckentlastung im absterbenden Knochen. Die Therapie basiert auf der Vorstellung, dass ein Druckanstieg im Hüftkopf zu einer geringeren Durchblutung des Knochens führt. Die Durchblutung (Rezirkulation) kann hierdurch nur früh in der Entstehung einer Hüftkopfnekrose wiederhergestellt werden. Eine vollständige Wiederherstellung kann sogar nur in den ARCO Stadien I der Hüftkopfnekrose erreicht werden.
Im ARCO Stadium II ist die Druckentlastung bei kleinen und mittelgroßen Schäden im Hüftkopf die Therapie der Wahl bei der Hüftkopfnekrose.
Das Ziel bei Stellungsänderung des Hüftkopfes durch Operationen, die nach vollständiger Durchtrennung des Oberschenkels erreicht werden (Umstellungsosteotomien) ist die geschädigten Knochenanteile des Hüftgelenkes aus der Belastungszone herauszudrehen.
Hierdurch können die Scherkräfte am Hüftkopf vermindert werden, daher werden die Reparaturmechanismen weniger behindert. Da es sich um ein aufwändiges Verfahren handelt ist die Indikation streng zu stellen.
Wie wird die Anbohrung der Hüftkopfnekrose durchgeführt?
Die Anbohrung des abgestorbenen Knochens im Hüftkopf wird unter Röntgenkontrolle druchgeführt und dokumentiert. Der Eingriff wird in Voll- oder Regionalanäsie durchgeführt. Der Patient wird auf dem Rücken gelagert, das Bein ist frei beweglich abgedeckt, dass eine Kontrolle des Eingriffes in 2 Ebenen möglich ist. Die Lage der vorgebohrten Drähte dokumentiert.
Was tun, wenn die Hüftkopfkappe bereits verformt ist, also das ARCO Stadium III der Hüftkopfnekrose eingetreten ist?

Die Versorgung ist dann nur noch mit einem künstlichen Gelenkersatz des Hüftgelenkes möglich.
Da meist sehr junge Patienten an der Hüftkopfnekrose erkranken, ist die Frage nach einer Hüftprothese mit möglichst vielen Rückzugmöglichkeiten wichtig. Gerade aus diesem Grund kann es sinnvoll sein, sich über die Vorteile und Nachteile eines Oberflächenersatzes des Hüftgelenkes nach McMinn (Hüftkappenprothese) informieren zu lassen.
Die klassische Hüftendoprothese opfert bei der Erstversorgung den Kopf und Schenkelhals des Oberschenkels. Diese Art der Hüftprothese verfügt aber auch über die größte Erfahrung.
Da wir beide Verfahren anwenden beraten wir sie gerne weiter!
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