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Gelenkschmerzen

Wer ist von Gelenkschmerzen betroffen?

Mehr als 20 Millionen Deutsche leiden Schätzungen zufolge bereits unter Gelenkschmerzen. In der Altersgruppe der 40 - 49 Jährigen sind es nach einer Studie der Ruhr Universität Bochum bereits zwei von fünf Personen. Doch nur jeder Dritte geht bei Gelenkschmerzen zum Arzt - dabei verbessern neue Behandlungsmethoden die Heilungschancen gerade im frühen Stadium der Arthrose enorm.
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Was sind die Ursachen?

Die häufigste Ursache für Gelenkschmerz sind vorhergehende Gelenkentzündungen und Verschleißerkrankungen. Die allgemeinen Abnutzungsschäden (Arthrose) sind meist die Folgen von ungleichmäßiger oder zu starker Belastung der Gelenkflächen. Durch die Abriebpartikel kann sich das Gelenk auch entzünden, was zu einer weiteren Erhöhung der Schmerzen führen kann. Bei der Arthrose sind insbesondere die stark
belasteten Hüftgelenke oder die Kniegelenke betroffen. Für die Heilung ist es wichtig, den Verschleiß möglichst früh zu erkennen. In fortgeschrittenem Stadium bleibt sonst nur noch der künstliche Gelenkersatz, welcher gerade für jüngere, aktive Menschen mit einschneidenden Einschränkungen verbunden ist. Entzündliche Prozesse können aber auch selbst als Auslöser wirken: bei der rheumatoiden Arthritis werden Teile des Gelenkgewebes vom Körper als fremd betrachtet und dadurch häufig ein sehr schmerzhafter Abwehrmechanismus ausgelöst. Dies betrifft insbesondere die Hand- und Fingergelenke. Hier ist eine frühe Diagnose noch entscheidender, um schwere Folgeschäden zu vermeiden.

Wann ist der Arztbesuch unerlässlich?

Einen orthopädischen Facharzt sollten Sie spätestens nach drei Tagen
aufsuchen, wenn folgende Symptome anhalten oder sich verschlimmern und Sie sich möglicherweise zusätzlich noch auf andere Gelenke ausdehnen:

  • bewegungseinschränkende Schmerzen
  • Fieber
  • Rötung der Hautoberfläche um das Gelenk
  • Schwellung des Gelenks

Das Aufschieben des notwendigen Arztbesuchs kann schwerwiegende Folgen
haben - zögern Sie ihn deshalb nicht unnötig hinaus!

Was hilft gegen die Schmerzen?

Schmerzmittel
Schmerzmittel eignen sich zwar um die Schmerzsymptome einzugrenzen, aber tragen nicht wirklich zu einer Heilung bei. Sie können jedoch kurzfristig zu einer besseren Lebenssituation beitragen. Klassische Schmerzmittel sind Acetaminophen/Ibuprofen oder NSAIDs. Eine neue Klasse mit magenverträglicherer Wirkungsweise sind die COX-2 Hemmer.
Corticosteroide sollten nur in Ausnahmefällen eingesetzt werden

Spezielle Nahrungsergänzungsmittel
Nahrungsergänzungsmittel werden zunehmend für die Behandlung von
Gelenkschmerzen eingesetzt. Glucosamine und Chondroitinsulfat werden bei Patienten mit Arthrose eingesetzt. Eine Wirksamkeit die über die reine Prophylaxe hinausgeht, konnte von uns bisher nicht festgestellt werden.

gelenkschmerzen_200x267Physikalische Therapie
Die Physikalische Therapie ist bei Gelenkschmerzen eine klassische Behandlungsmethode und wird in der Regel begleitend mit anderen Therapiemaßnahmen eingesetzt. Die Erhaltung der Gelenkbeweglichkeit steht dabei im Mittelpunkt.

Operationen
Chirurgische Eingriffe stehen grundsätzlich am Ende der Behandlungskette, was aber nicht heißt, dass ein chirurgischer Eingriff in jedem Fall hinausgezögert werden sollte. In bestimmten Fällen ist eine frühzeitige Operation die bessere Voraussetzung für ein langfristig gutes Ergebnis. Operation ist auch nicht gleich Operation. Bei noch nicht so ausgeprägtem Krankheitsverlauf lassen sich häufig rein arthroskopische Eingriffe durchführen, die eine maximale Schonung des Gewebes ermöglichen. Dies ist für eine schnelle Wiederherstellung und Rehabilation eine wesentliche Voraussetzung.

Änderung des Lifestyles
Patienten mit Gelenkschmerzen sollten eine Balance zwischen Ruhe und
Aktivität finden. Nur das Eine ohne das jeweils Andere ist nicht zu
empfehlen. Ruhe ist wichtig, wenn der Schmerz ansteigt, aber bitte nicht zu viel,denn Gelenke brauchen Bewegung, um ausreichend durchblutet zu sein. Zu viel Schonung kann hier mehr schaden als nützen.