Kniearthrose ist die häufigste Form der Arthrose
Kniearthrose (medizinisch Gonarthrose) ist die vorzeitige Abnutzung des Kniegelenks. Kniearthrose ist nach Hüftarthrose die zweithäufigste Form der Arthrose bei Menschen. Kniegelenke sind besonders starken Belastungen ausgesetzt. Das Kniegelenk ist komplex aufgebaut.
Das Kniegelenk wird gebildet aus dem Oberschenkelknochen (Femur), der Kniescheibe (Patella) und dem Schienbein (Tibia). Sowohl die Gleitverbindung zur Kniescheibe als auch das Gelenk zum Schienbein mit seinen beiden Kammern kann von Kniearthrose betroffen sein.
Kniearthrose gehört deshalb zu den häufigsten orthopädischen Erkrankungen: Gonarthrose ist eine "Volkskrankheit". Wird Arthrose im Knie nicht rechtzeitig erkannt und konsequent behandelt, kann sie zur vollständigen Zerstörung des Knie-Gelenks führen. Wegen Kniearthrose erhalten allein in Deutschland jährlich bereits mehr als 120.000 Patienten eine Knie-Total-Endoprothese.
Über die Behandlung der Kniearthrose entscheidet der Orthopäde je nach Art und Ausprägung der Kniearthrose und den Lebensumständen des Patienten.
Woran erkennen Sie, ob sie eine Kniearthrose (Gonarthrose) haben?
- Knieschmerzen
- Anlaufschmerzen am Morgen oder nach längerer Ruhe
- Koordinationsstörungen und Gefühlsstörungen im Knie
- Versteifung
- Erwärmung des Knies
- Schwellung im Knie
- Probleme in der Hocke zu arbeiten
- Häufigeres Gelenkknacken
Der Verlauf einer Kniearthrose kann bei unterschiedlichen Patienten sehr verschieden sein. Viele Patienten haben sogar bis hin zu höhergradigen Knorpelschäden trotz Kniearthrose keine Knieschmerzen. Auch die schmerzfreie Belastbarkeit des Knies, etwa beim Wandern oder Sport, ist oft trotz Kniearthrose noch gegeben.
Es gibt jedoch subtile Anzeichen, die erste Warnsignale geben und auf Arthrose im Knie (Gonarthrose) hinweisen. Wenn das Knie morgens nach dem Aufstehen oder nach längerem Sitzen steif wird; wenn die Koordination dann nicht so geschmeidig ist, der Gang leicht staksig wird; wenn die Knie sich nach eine Ruhepause schwer anfühlen oder auch leicht geschwollen sind: dann sollten Sie an eine Kniearthrose denken. Nach einigen Schritten gibt sich dieses Gefühl dann meist wieder. Wenn das Gelenk "warm gelaufen" ist, macht sich die Kniearthrose im Anfangsstadium nicht mehr bemerkbar. Das Knie wirkt mit Arthrose insgesamt kraftloser, die Höchstbelastung, die man dem Knie zumuten will, sinkt stetig.
Später wird diese Anfangssteifigkeit zum sogenannten Anlaufschmerz: Das sind diffuse, bei Kniearthrose oft nicht genau lokalisierbare Schmerzen im Knie morgens beim Aufstehen oder nach längerem Sitzen. Nach der ersten Schritten löst sich auch Schmerz im Knie meist wieder auf.
Im weiteren Verlauf der Kniearthrose kann ein weiteres Anzeichen hinzukommen: Der Patient spürt bei Kniearthrose eine zunehmende Wärme im Knie. Manchmal zeigt sich diese Erwärmung bei Kniearthrose in Verbindung mit einer Schwellung. In dieser Situation hat die Kniearthrose bereits zu Abrieb geführt: Knochen und Knorpeltrümmer, die sich in der Gelenkkapsel gelöst haben. Dieser Abrieb wirkt bei Kniearthrose leicht entzündlich. Entzündungsepisoden wiederum verstärken den die Arthrose im Knie kennzeichnenden Degenerationsprozess des Knorpels. Tritt bei Kniearthrose diese Schwellung auf, spricht man von einem Gelenkserguss.
Die Patienten können dann auch nicht mehr mühelos in die Hocke gehen. Beim Aufräumen der Wohnung oder bei Gartenarbeit fällt es mit Kniearthrose plötzlich schwer, wie früher, längere Zeit in der Hocke zu arbeiten. Die Gelenke fangen bei Arthrose im Knie auch an zu knacken, die Gelenkgeräusche werden deutlicher.Das ist der Moment, wo der Patient eine Konsultation des Arztes ernsthaft ein Erwägung ziehen sollte. Der Verlauf der Kniearthrose kann durch einfache Maßnahmen und ärztliche Beratung stark verlangsamt werden. Viele Patienten ersparen sich durch eine gute orthopädische Beratung Medikamente, Versteifung und Operationen. Sie können trotz Arthrose im Knie noch lange Zeit mobil und leistungsfähig bleiben.
Wie entsteht die Kniearthrose (Gonarthrose)?
Ab einem gewissen Alter tritt das Knacken im Knie bei den meisten Menschen zumindest gelegentlich auf. Arthrose im Knie entsteht generell durch Alterung und Abnutzung. Arthrose im Knie ist natürliche Begleiterscheinung des Alterns.
In den meisten Fällen sind altersbedingte Arthroseanzeichen nicht behandlungsbedürftig. Durch Reduktion des Gewichts und regelmässiger sanfter Bewegung und richtiger Ernährung kann die Kniearthrose in Ihrem Verlauf gebremst und kontrolliert werden.
Übergewicht ist einer der wichtigsten Risikofaktoren für Kniearthrose.
Tritt die Kniearthrose jedoch zu früh auf und schreitet Sie zu schnell voran, ist eine Behandlung dringend geboten: nur durch Therapie der Kniearthrose ist Versteifung und schließlich Verlust des Kniegelenks zu vermeiden.
Viele Ursachen können für das Auftreten der Kniearthrose verantwortlich sein.
Das menschliche Knie ist hinsichtlich seiner Alterung durchaus vergleichbar mit einem Radlager. Abnutzung, aber auch Verkippung (Fehlstellungen) aus der geraden Spur in eine Richtung, führen dazu, dass es undicht wird und einseitig abnutzt. Das Lager zieht Dreck (im Knie: Abrieb und Knochensplitter), der reibt und die Abnutzung beschleunigt. Irgendwann ist das Lager nicht mehr gleitfähig.
- Alterung, Abnutzung der Gelenke
- Medikamentennebenwirkung (z.B. bei Chinolonen)
- Übergewicht
- Angeborene Fehlstellungen im Kniegelenk
- Überlastung und erworbene Fehlstellung
- Unfall und Meniskusverletzung
- Unbehandelter Kreuzbandriss
- Instabilität des Kniegelenks
- Brüche der Gelenkfläche
- Genetische Knorpelschwäche
- Entzündungen im Knie (Arthritis)
Klassischer Faktor für das Entstehen der Gonarthrose ist die Abnutzung des Kniegelenks. Das soll aber niemanden aus Angst vor Kniearthrose von regelmässiger Bewegung abhalten. Im Gegenteil: sanfte, regelmäßige Bewegung stärkt das Knie,fördert die Ernährung des Knorpels und die natürliche Regeneration des Kniegelenks.
Aber auch Fehlbelastung durch Fehlstellung des Knies, etwa durch X-Fehlstellung oder O-Fehlstellung, kann zu Arthrose im Knie führen.
Sehr oft sind es Brüche und Sport-Unfälle, deren Langzeitfolgen zu Kniearthrose führen. Ein Bruch des Schienbeinkopfes (Tibiakopffraktur) kann die Ebenheit der Gelenkfläche des Kniegelenks stören und zu schneller Abnutzung des Knorpels führen.
Auch Bandverletzungen - die Aussenbänder des Knies oder die Kreuzbänder- können die Belastungslinien im Kniegelenk ändern und zu einer vorzeitigen Arthroseentstehung führen. Nur frühzeitige Wiederherstellung der natürlichen Belastungslinien im Knie, etwa durch arthroskopische Bandrekonstruktion, kann nach Bandverletzungen die Entstehung der Kniearthrose verhindern.
Auch genetische Faktoren spielen bei der Entstehung der Arthrose im Knie eine große Rolle. Bei manchen Patienten altert der Knorpel einfach früher und ist weniger stabil.
Ein weitere wichtige Risikogruppe sind Personen mit entzündlichen Prozessen im Knie. Das entzündete Knie ist warm, geschwollen, schmerzhaft und unbeweglich. Arthritis, aber auch bakterielle Infektionen können den Knorpel im Kniegelenk aufrauen und zerstören. Daher ist die Kontrolle entzündlicher Vorgänge ein sehr wichtiger Teil der Therapie der Kniearthrose.
Neben den Entzündungen durch Infektion ist bei Kniearthrose die Entzündung durch den Arthroseprozess selbst in Betracht zu ziehen. Werden Knorpel abgebaut und reiben die Knochen immer stärker aneinander, können abgelöste Knorpel und Knochenfragmente Entzündung und Knieschmerzen verursachen.
Durch diese Infektionen wird das Milieu im Kniegelenk verändert. Der Krankheitsprozess der Kniearthrose - Arthroseentwicklung und Knorpelabbau - wird durch Infektion und Schwellung des Knies durch diese Episoden aktivierter Arthrose schubartig beschleunigt.
Wie verläuft eine Arthrose im Knie (Gonarthrose)?
Der Verlauf der Arthrose wird in 4 Stadien unterteilt: diese Stadien der Kniearthrose werden nach dem Aussehen und der sichtbaren Degeneration des Knorpels eingeteilt
Knorpelschäden 1. und 2. Grades: Diese Stadien der Kniearthrose sind weitgehend beschwerdefrei, eine operative Behandlung ist meist nicht erforderlich. Der Knorpel wird an der Oberfläche weicher und fasert etwas aus. Die Gelenksfunktion des Knies ist trotz beginnender Kniearthrose aber noch nicht beeinträchtigt.
Knorpelschäden 3. Grades: Die Knorpeloberfläche hat in diesem Stadium der Kniearthrose bereits Risse oder Krater. Die Oberfläche ist nicht mehr glatt. Die Schäden reichen tief in den Knorpel hinein. Doch ist der Knochen noch an allen Stellen mit einer gewissen Knorpelschicht bedeckt.
Knorpelschäden 4. Grades: In diesem Stadium der Kniearthrose liegen sehr schwerwiegende Knorpelschäden vor. Der Knochen ist an vielen Stellen nicht mehr von Knorpel bedeckt. Man spricht in diesem Stadium der Kniearthrose von einer Knochenglatze. Die Knochen reiben direkt aufeinander. Der Abrieb im Gelenk sorgt dafür, dass eine aktivierte Arthrose durch Entzündungen und Schwellung (Gelenksergüsse) schmerzhaft wird und das Gelenk versteift.
Diagnose einer Kniearthrose (Gonarthrose)
Der erste und wichtigste Ansatz zur Diagnose der Kniearthrose ist das Beschwerdebild, das den Patienten in die orthopädische Sprechstunde führt. Patienten mit Kniearthrose berichten von Morgensteifigkeit und Anlaufschmerzen im Knie, vor allem nach dem Schlaf oder längerem Sitzen.
Kniearthrose Patienten berichten auch von belastungsabhängigen Schmerzen. Der Orthopäde erkundigt sich nach der schmerzfreien Gehstrecke. Bei Kniearthrose ist der Bewegungsradius oft bereits deutlich eingeschränkt.
Doch nicht alle Beschwerden im Knie stammen von einer Kniearthrose. Der Orthopäde muss andere mögliche Ursachen der Schmerzen im Knie sorgfältig ausschließen.
Zu diesen sogenannten Differentialdiagnosen bei Knieschmerzen gehört Hüftarthrose (Coxarthrose), die sich auch als erstmals als Knieschmerz bemerkbar machen kann.
Auch bei Nervenerkrankungen und Einklemmungen, etwa bei einem Bandscheibenvorfall , können Schmerzen im Knie auftreten.
Differentialdiagnosen der Kniearthrose: Was kann Knieschmerzen auslösen?
Differentialdiagnosen der Knieschmerzen
- Bandscheibenvorfall
- Hüftarthrose (Coxarthrose)
- Knick-Senkfuß, allgemein Störungen der Beinachse
- Meniskusverletzungen
- Bakterielle Infektionen
- Arthritis und Rheuma
Sind die anderen möglichen Ursachen der Knieschmerzen ausgeschlossen, wird der Orthopäde die genauen Umstände der Kniearthrose diagnostizieren
Der wichtigste Schritt zur Darstellung von Knorpelschäden bei Kniearthrose im Lager zwischen Oberschenkel und Schienbein (dem femoropatellaren Lager) ist ein Röntgenbild oder MRT Bild des Knies. Die Abbildung zeigt Fehlstellungen des Knies als Ursache der Gonarthrose. Die Kniearthrose ist deutlich sichtbar auf Grund des einseitig schmalen Gelenkspaltes. Wo der Knorpel im Gelenk abgebaut ist, nimmt der Abstand der Knochen im Röntgenbild ebenfalls ab.
Für die Röntgendiagnostik der Kniearthrose unerlässlich ist die seitenvergleichende Aufnahme des Kniegelenks unter Belastung. Der Patient beugt seine Kniegelenke um 20 Grad, so dass die Aufnahme unter Belastung erfolgt. Röntgenaufnahmen im Liegen - ohne Belastung der Knorpel - zeigen dagegen keine klaren Befunde bei der Diagnose von Kniearthrose. Auch die MRT Aufnahme der Kniearthrose ist oft im Vergleich zu Röntgenaufnahmen unter Belastung der Kniegelenke zu wenig aussagekräftig.
Wenn die Diagnose gesichert ist, muß der Kniespezialist die wichtigen Begleitumstände der Kniearthrose ermitteln. Eine Therapie der Gonarthrose ist nur unter ganzheitlicher Einbeziehung der Vorgeschichte und Lebensumstände des Patienten sinnvoll. Der Orthopäde wird sich erkundigen nach besonderen beruflichen oder sportlichen Belastungen, Medikamenteneinnahme, Arthrosen an anderen Gelenken, vorangegangenen Infektionserkrankungen (wichtig: Borelliose) und Unfällen.
Der Schmerz wird durch Befragung und Untersuchung genau lokalisiert. Je nachdem, ob der Schmerz hinter der Kniescheibe (retropatellar), im gesamten Knie oder in einer der beiden Kammern des Kniegelenks (lateral) sitzt, kann der Orthopäde Rückschlüsse auf die Kniearthrose ziehen.
Wichtige Umstände einer Kniearthrose:
- Prüfung der Muskulatur
- der Stabilität von Außenbändern
- Kreuzbändern
- Körpergewicht
- allgemeiner Trainingszustand und Koordination
- Zustand des Meniskus
Die Diagnose der Beteiligung der Bänder und knöcherner Fehlstellungen an der Kniearthrose ist sehr anspruchsvoll und bedarf großer Erfahrung. Für Patienten lohnt sich bei Kniearthrose die Konsultation eines erfahrenen Kniespezialisten. Nur so besteht die Gewähr, einen gesicherten Behandlungsplan für die Kniearthrose unter Berücksichtigung aller Umstände zu erhalten.
Nur ausnahmsweise wird eine Arthroskopie bei Kniearthrose zur Diagnose durchgeführt. Meist erfolgt eine Arthroskopie des Kniegelenks nicht nur zur direkten Feststellung der Situation im Kniegelenk, sondern auch begleitend therapeutisch als Gelenksspülung, zur Beseitigung von Bewegungs-Blockaden und Fremdkörpern (Abrieb) in der Gelenkkapsel.
Vorbeugende Instandhaltung ist die effektivste Behandlung der Kniearthrose (Gonarthrose)
Kniearthrose, wie jede Verschlechterung einer Gelenksfunktion, ist ein normaler Teil des Alterns. Daher ist Kniearthrose meist auch nicht direkt behandlungsbedürftig. Durch eine Behandlung der Arthrose im Knie kann der Knorpel bei manchen Patienten aber vor zu schneller oder vorzeitiger Abnutzung bewahrt werden.
Die Behandlung der Kniearthrose zielt darauf ab, Schmerzen zu lindern, Entzündungen zu bekämpfen, Beweglichkeit zu erhalten und Behinderungen zu verhindern. In letzter Konsequenz: die Lebensqualität auf längere Sicht nachhaltig zu verbessern. Bei der normalen altersbedingten Kniearthrose erfolgt dies durch die Milderung der Symptome. Bei vorzeitigen, zu rasch fortschreitdenden Kniearthrosen kann das Fortschreiten aber auch direkt und ursächlich durch eine Beseitigung der Arthroseursachen gestoppt werden.
Ist die Kniearthrose rasch fortschreitend, droht eine vorzeitige, meist schmerzhafte Versteifung und Unbeweglichkeit des Knies. Rechtzeitige, vorausschauende Behandlung der Kniearthrose ist also sehr wichtig.
Durch Fehlbelastung und schmerzbedingte Ausweichbewegungen bei Arthrose-Schmerzen im Knie können Schädigungen der Hüftegelenke verursacht werden (sogenannte Begleitarthrosen).
Im fortgeschrittenen Stadien des Knorpelzerfalls benötigen Gonarthrose-Patienten eine intensive, oft nebenswirkungsreiche Arthrose-Therapie mit entzündungshemmenden Schmerzmitteln. Die Lebensqualität des Patienten kann durch Kniearthrose also entscheidend eingeschränkt sein.
Der Orthopäde muss die Situation im Knie daher vorausschauend beurteilen. Ist einer der Faktoren gegeben, die zu vorzeitiger Abnutzung und krankhafter Gonarthrose führen, muss der Orthopäde durch vorbeugende Instandhaltung des Knies eingreifen und die Ursache nachhaltig beseitigen.
Dieses wichtige Prinzip der vorbeugenden Instandhaltung des Knies kommt vor allem bei Strukturschäden am Knie zur Anwendung:
Fehlstellungen - angeboren oder als Unfallfolge - Knorpelabrisse, Schädigung des Meniskus, Kreuzbänder oder Seitenbänder am Knie wird der Knieexperte sorgfältig diagnostizieren und mit meist minimalinvasiven Operationen beheben. Das Herstellen normaler Belastungslinien durch operative Beseitigung von Fehlstellung am Knie kann die vorzeitige Kniearthrose effektiv verhindern.
- Aufklärung über die Erkrankung
- Beratung und Lebenshilfe: Anpassung der Lebensführung
- Änderung von Sportverhalten und Arbeitsbelastung
- Vorsorge und Diätberatung (zur Gewichtsreduktion)
- Physiotherapie zum Erhalt der Beweglichkeit des Knies und der Muskelkraft
- Pflanzliche Mittel zur Behandlung von Arthroseschmerzen
Bei schwereren Formen der Gonarthrose: medikamentöse und physikalische Therapie
- Medikamentöse Behandlung von Schmerzen und Entzündungen
- Orthopädische Schuhe zur Normalisierung der Belastungslinien im Knie
- Stosswellentherapie
- Entzündungshemmende Spritzen in das Kniegelenk
- Zellbiologische Regulationstherapie und Matrixtherapie
- Orthokin-Therapie: Entzündungsbekämpfung mit körpereigenem Serum
Welche Möglichkeiten der Behandlung einer Kniearthrose (Gonarthrose) gibt es?
Die geeignete Methode oder Kombination verschiedener Therapie-Ansätze für Kniearthrose ermittelt der Orthopäde jeweils unter Berücksichtigung der konkreten Situation
| Konservative Behandlungsmethoden | Operative Behandlungsmethoden |
| Aufklärung / Beratung / Gewichtsreduktion |
Knorpelzelltransplantation |
| Antiphlogistika |
Knieteilprothese (Uni -Knie) |
| Knietotalendoprothese (Knie TEP) |
Das Therapie-Schema der Arthrose lässt sich in Form einer Pyramide darstellen:
Die Basis der Pyramide bilden die Maßnahmen für alle Patienten mit Kniearthrose gültig sind. Zuallererst geht es dem Orthopäden um die Entlastung des von Arthrose betroffenen Gelenks. Das lässt sich im Alltag am ehesten mit Gewichtsabnahme erreichen. Hier folgt bei Bedarf eine Ernährungsberatung. Zu diesem Grundverständnis der Kniearthrose gehört ein Gepräch über die Lebensgewohnheiten. Bewegungsmangel, besondere berufliche oder sportliche Belastungen müssen als Grundlage der Arthrosebehandlung verstanden und bei Bedarf auch geändert werden. Verschiedene pflanzliche Mittel zur Behandlung der Arthrose können in dieser Stufe ebenfalls empfohlen werden. Erst, wenn die Maßnahmen der ersten Stufe ausgeschöpft sind, der Patient aber noch nicht schmerzfrei ist, kommen weitere Massnahmen aus der 2. Stufe der Behandlungspyramide der Kniearthrose zum Einsatz. Zu den spezifischen Arthrosebehandlungen gehören zuallererst eine spezifische Schmerztherapie. Dabei kommen nichtsteroidale Antirheumatika zum Einsatz, deren Nebenwirkungen sorgfältig beobachtet werden müssen. Ein hochdosierter Dauereinsatz ist keinesfalls zu empfehlen.
Massnahmen aus der physikalischen Treapie, wie Aktivierung des Gewebes und Anregung der Selbstheilungskräfte der erkrankten Knorpel, gehören ebenfalls in diese Stufe der Behandlungspyramide. Die zellbiologische Regulationsmedizin (sog. Matrixtherapie) trägt mit sanften physikalisch-therapeutischen Verfahren aus der Rehabilitationsmedizin zur Erhöhung der Gewebsvitalität bei. Optimale Voraussetzungen im Stoffwechsel zum Erhalt und der Regeneration des Knorpels sowie der Verhinderung unspezifischer Schmerzen und des entzündungsbedingten Knorpelabbaus gehören in diese Stufe der Behandlung der Kniearthrose.
In vielen Fällen hilft Akupunktur bei Arthroseschmerzen nachweisbar und nebenwirkungsfrei. Daher bieten wir seit vielen Jahren Akupunktur als Arthrosebehandlung an. Alle Ärzte der Gelenk-Klinik sind in der Anwendung der Akupunktur ausgebildet.
Konservative Behandlung der Arthrose im Knie (Gonarthrose)
Durch konservative Behandlung der Kniearthrose kann das Befinden des Patienten verbessert werden. Der Knorpelabbau wird gebremst. Eine erfolgreiche Physiotherapie kräftigt Muskeln und Sehnen und sorgt für gesunde Bewegungsabläufe. Gesunde Bänder und Muskeln stabilisieren auch das Kniegelenk.
Die medikamentöse Therapie der Kniearthrose durch entzündungshemmende Antirheumatika ist oft nebenwirkungsreich und nicht magenfreundlich. Eine dauerhafte hochdosierte Gabe von Schmerzmitteln ist nicht mit einer guten Lebensqualität vereinbar. Auch entzündungshemmende Spritzen, etwa mit Kortikosteroiden, sind als Dauertherapie nicht empfohlen.
Der Orthopäde muss die Kniearthrose genau beobachten. Wenn die Fehlstellungen im Kniegelenk rasch zunehmen, die Achsabweichung im Bein grösser wird, oder die Bandstabilität im Knie trotz konservativer Therapie sich verschlechtert, kommt die konservative Therapie der Kniearthrose an Ihre Grenzen.
Vorbeugende Instandhaltung des Knies durch Operation bei Kniearthrose
Eine Knieoperation bei Arthrose im Knie empfiehlt der Orthopäde nicht leichten Herzens. Alle konservativen Verfahren zur Behandlung der Kniearthrose müssen ausgeschöpft sein.
Es gibt aber auch die Situation, wo der Patient durch zu langes Warten bei Kniearthrose wichtige Therapiechancen verlieren kann.
Hier muss der Orthopäde im Sinne der vorbeugenden Instandhaltung des Kniegelenks handeln.
Bei Kniearthrose können sich durch zunehmende Versteifung die Muskeln zurückbilden (Athrophie). Kniearthrose zieht auch stets die Kreuzbänder und Außenbänder des Knies in Mitleidenschaft. Die Knochensubstanz wird abgebaut. Zu langes Warten bei Kniearthrose kann auch die Chancen verspielen, Lebensqualität durch Teilprothesen oder Gelenkersatz zurückzugewinnen.
Bei allen unten genannten Verfahren zur operativen Behandlung der Kniearthrose ist die umfassende Beurteilung der Belastungslinien des Knies wichtig. Weder Kniespülung, noch Knorpelregeneration bis hin zu Teil- und Vollprothesen des Knies haben, haben langfristig überzeugende Ergebnisse, wenn die Statik des Knies - also etwaige Achsabweichungen und Fehlstellungen - nicht intakt ist.
Die genaue Beurteilung und Therapie von Achsfehlstellungen in der Nähe des Kniegelenks sind also Voraussetzung jeder erfolgreichen Behandlungsstrategie. Zur Umstellungsosteotomie am Kniegelenk
Welche Operativen Möglichkeiten stehen bei Kniearthrose zur Verfügung?
1. Kniearthroskopie (Kniegelenksspiegelung) bei Kniearthrose
Kniearthroskopie kann das Knie spülen und Ursachen der Kniearthrose direkt beseitigen. Kniearthroskopie ist ein minimalinvasiver Eingriff: Die Kniegelenksspiegelung erfolgt über 2 kleine Hautschnitte auf beiden Seiten des Knies. Kleinste Instrumente werden in das Knie eingeführt.
Der Orthopäde kann über diese Zugänge mit seinen Instrumenten direkt in das Knie sehen. Er kann kleinste operative Instrumente einführen.
Dabei beseitigt der Orthopäde Aufrauungen, Blockaden und abgerissene Knorpelstücke (Abrasionsarthroplastik).
Die bei fortgeschrittener Arthrose im Knie oft vorhandenen knöchernen Auswüche (Osteophyten) können mit Kniearthroskopie beseitigt werden.
Entzündungsfördernder Knochenabrieb und Knorpeltrümmer können aus dem Gelenk entfernt werden (Gelenksspülung).
Schäden an den Menisken können ebenfalls arthroskopisch repariert werden. Zur Kniearthroskopie
2. Abrasionsarthrosplastik mit Mikrofrakturierung bei Kniearthrose wird selten angewendet
Die Mikrofrakturierung ist ein frühes Verfahren zur Knorpelregeneration bei Kniearthrose, das in den 90-er Jahren oft angewendet wurde. Bei der Mikrofrakturierung werden die zerstörten und abgelösten Knorpelfragmente mit einer kleinen Fräse vollständig entfernt. Dabei werden gezielt Verletzungen in den durchbluteten Teil des Knochens gesetzt, so daß die entfernte Knorpelfläche sich durch nachströmendes Blut auffüllt. Unter diesem Schorf bildet sich - ähnlich wie bei der Wundheilung der Haut - ein bindegewebiger Ersatzknorpel. Dieser fasrige Ersatzknorpel kann die Knorpelfläche wieder auffüllen, doch hat er nicht die gleichen Eigenschaften wie der ursprüngliche Knorpel: weder die Fähigkeit, Wasser einzulagern, noch die Elastizität.
In der Gelenk-Klinik findet Mikrofrakturierung bei Kniearthrose nur eine ganz eng umschriebene Anwendung: nur wenn die knorpelfreie Stelle sehr klein ist, eng umrissen, die umgebenden und gegenüberliegenden Knorpel und die Menisken vollständig intakt sind.
In allen anderen Fällen, mit größeren Schäden und Begleiterkrankungen an Menisken oder Bändern, sind die Resultate der Mikrofrakturierung für die Lebensqualität der Patienten nicht überzeugend. Die Kniearthrose wird nicht sichtbar verlangsamt. Ein Ersatz des Knorpels durch echtes Knorpelgewebe, wie bei der autologen Knorpeltransplantation, wird zur Therapie der Kniearthrose eindeutig bevorzugt.
3. Autologe Knorpeltransplantation als Therapie der Kniearthrose
Der geschädigte Gelenkknorpel durch eine autologe Knorpeltransplantation regeneriert werden. Das geht nur, wenn Kniegelenk und Bänder noch nicht stark durch Kniearthrose geschädigt sind und der Knorpeldefekt nicht zu großflächig ist
Diese sehr innovative Methode ist das erste bekannte Verfahren, einen Verlust an Gelenkknorpel wieder rückgängig zu machen.
Autologe Knorpeltransplantation wird noch nicht von allen Krankenkassen erstattet. In der Regel wird vor der Behandlung ein Antrag auf Kostenübernahme bei der Krankenkasse gestellt. Zur autologen Knorpeltransplantation
4. Knochensparende Knieteilprothesen bei Kniearthrose
Die Knieteilprothese (unikondyläre Prothese) ersetzt nur einen Teil des Kniegelenks. Sie kommt dann zum Einsatz wenn zum Beispiel bei einer O-Fehlstellung lediglich eine der Kniekammern durch Kniearthrose geschädigt ist.
In vielen Fällen schädigt die Kniearthrose nur Teile der Gelenkflächen. Wenn die Außenbänder des Knies und die Kreuzbänder noch intakt sind, eine der beiden Kammern des Kniegelenks aber großflächige Knorpelzerstörungen aufweist, spricht vieles für eine Knieteilprothese. Bei der Knieteilprothese werden lediglich die geschädigten Teile der Gelenkflächen mit Titan überkront. Eine Knieteilprothese gleicht einem Zahn mit Füllung. Die natürliche Beweglichkeit und Trainierbarkeit sowie das natürliche Gefühl im Knie bleiben bei einer Knieteilprothese erhalten. Gerade für jüngere, sportinteressierte Patienten mit Kniearthrose ist ein sogenanntes Uni-Knie eine sehr hilfreiche Therapie, weil sie die volle Beweglichkeit des Knies bewahrt. Die intakten Teile des Kniegelenks werden im Vergleich zu einer frühen Knietotalendoprothese erhalten. Die Knietotalendoprothese steht als spätere Rückzugsmöglichkeit - als weitere Stufe des Gelenkersatzes - noch immer offen. Doch bewahrt sich der Patient mit "Uniknie" für viele Jahre seine natürliche Beweglichkeit trotz Arthrose im Knie. Zur Knieteilprothese
4. Knieprothesen (Knietotalendoprothesen oder Knie-TEP) bei Kniearthrose
Wenn das Knie in Folge einer Kniearthrose vollständig und schmerzhaft versteift ist, kann schmerzfreie Beweglichkeit durch einen künstlichen Gelenkersatz des Knies wiederhergestellt werden. Die Knie-TEP wird in Betracht gezogen, wenn dem Patienten mit Kniearthrose starke Einschränkungen in der Lebensqualität drohen; wenn auf Grund der Kniearthroseschmerzen dauerhaft hohe Gaben an Schmerzmitteln gegeben werden müssten
Die Knietotalendoprothese ist eine Operation, die sehr routiniert und mit großer Erfahrung sicher durchgeführt werden kann.
Die Lebensdauer einer Knie-TEP beträgt 15-20 Jahre.
Zur Operation der Knieprothese.
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