Die meisten Knorpelschäden am oberen Sprunggelenk resultieren anders als an den übrigen Gelenken des Körpers aus Unfallverletzungen. Beim Umknicken mit dem Sprunggelenk nach außen kommt es zu einer übermäßigen Scherbelastung am Knorpel des äußeren Sprungbeines und einer massiven Druckbelastung am inneren Sprungbeinanteil mit Quetschung des unter dem Knorpel liegenden Knochens, die eine Schädigung im Gelenk bewirken können. Weiterhin können schleifende Knochensporne an der vorderen Schienbeinkante zu Knorpelschäden im Sprunggelenk führen.Eine weitere Ursache für Knorpelschäden am Sprungelenk sind die 'avaskulären Osteonekrosen': hierbei stirbt der Knochen aus unbekannter Ursache ab, so daß der darüber liegende Knorpel letztendlich in den entstehenden Knochendefekt einbricht.
Wann ist die autologe Knorpelzelltransplantation eine erfolgversprechende Methode?
Für einige Fälle steht mit der Autologen Chondrozyten Implantation eine vielversprechende Methode zur Verfügung, im Labor gezüchtete Knorpelzellen zu transplantieren. Da das implantierte Material über ähnliche biomechanische Eigenschaften wie der natürliche Knorpel verfügt, wird es vom Organismus nicht als Fremdkörper betrachtet. Die lebenden Chondrozyten sind so in der Lage, wieder für den Aufbau einer funktionierenden Knorpelschicht zu sorgen. In der Regel hat sich bereits nach wenigen Wochen neues Knorpelgewebe gebildet. Um dieses Gewebe auch langfristig haltbar zu machen, müssen Begleitverletzungen und Fehlbelastungen durch Achsfehlstellungen ebenfalls behandelt werden.
Wie können die Knorpelzellen arthroskopisch oder minimalinvasiv ins Sprunggelenk eingebracht werden?
In den letzen Jahren haben wir weitreichende Erfolge im Bereich der Knorpelbehandlung erreicht. Mit der ARTHROcell 3D der Firma Codon wurde die Transplantation von freien Knorpelzellen im Rahmen arthroskopischer Eingriffe möglich.
Die größten Erfahrungen existieren am Kniegelenk. Die Übertragung der schonenden Methoden auf das obere Sprunggelenk war daher die logische Folge. Wir transplantieren heute entnommenen Knorpelzellen arthroskopisch ohne Verwendung von Fremdmaterialien sog. Matrixbestandteile.


Wer ist für eine autologe Knorpeltransplantation geeignet?
Die Möglichkeit zu einer Knorpeltransplantation (Verpflanzung von Knorpelzellen) ist begrenzt. Vor einer Therapieentscheidung muss geklärt werden, ob ein geringer invasives Verfahren mit einzeitigem Vorgehen vorzuziehen ist.
Bei einer autologen Knorpelzelltransplantation werden in einer ersten Sitzung Knorpelzellen entnommen und dann nach Zucht in einem Speziallabor nach einem Zeitraum von 4-8 Wochen wieder implantiert.
Bestens geeignet ist die Methode bei:
- Patienten unter 40 Jahren
- einzel stehende Knorpelschäden des Sprunggelenkes
- Schadensgröße des Knorpelschadens von 1,5 cm2
Wichtig ist weiterhin die Berücksichtigung von Mehrbeweglichkeiten im Sprunggelenk (Sprunggelenksinstabilitäten) oder Achsfehlstellungen des Beines. Diese müssen zeitgleich therapiert werden um ein Einheilen der Knorpelzellen überhaupt erreichen zu können
Welche Alternativen gibt es zur autologen Knorpelzelltransplantation?
Die Möglichkeiten Knorpelschäden mit den knochenmarkstimmulierenden Methoden wie Knochenanbohrung oder Mikrofrakturierung (Microfracturing) zu behandeln, sind begrenzt. Im oberen Sprunggelenk sind diese Methoden bei Schäden unter einem qcm und mittiger Lage am Sprungbein zu verwenden. Das faserknorpelige Ersatzgewebe hat allerdings eine geringe Haltbarkeit gegen mechanische Belastung. Man verwendet hierzu ein spezielles Instrument um den Knochen unter dem geschädigte Knorpel anzufrischen. Dies geschieht durch Einschlagen in eine betimmte Tiefe. Bei der Anbohrung entsteht Hitze, die den Knochen möglicherweise schädigt und die Bildung von Ersatzknorpel behindern soll.



Literaturangaben
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